Die Kraft der Stimme mit David Ikonomou
Shownotes
Unsere Stimme begleitet uns jeden Tag – und doch schenken wir ihr oft erstaunlich wenig Aufmerksamkeit.
Wir sprechen über die Verbindung von Stimme, Atmung, Körper und Bewusstsein, um die heilsame Kraft des Klangs und die Frage, weshalb gemeinsames Singen Menschen seit Jahrtausenden verbindet. Außerdem über spannende Parallelen zwischen menschlicher Stimme und Vogelgesang, Mantras, Deep Listening und wir erfahren, warum schon einfaches Summen dabei helfen kann, Stress abzubauen und mehr innere Ruhe zu finden.
Neuer Perspektiven auf eines der kraftvollsten Werkzeuge, die wir besitzen: unsere Stimme.
Mehr zu David: https://davidikonomou.de/ https://www.instagram.com/davidikonomou/
Hey, mein Name ist Alexander Metzler. Ich bin Speaker, Biohacker, Digitaldesigner und Experte für mentale Gesundheit. Und ich zeige dir, wie du im digitalen Trubel zu mehr Klarheit und Lebensfreude findest.
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Transkript anzeigen
Alexander Metzler: Herzlich willkommen zur Heldenstunde, euer Podcast für Gesundheit und Bewusstsein. Name ist Alexander Metzler, bin Speaker, Biohacker, Digitaldesigner und Experte für mentale Gesundheit aus erster Hand. Und in dieser Folge habe ich wieder einen Gast. Er ist Musiker, Stimmforscher, Singkreisleiter und Yoga-Lehrer. Und im Gegensatz zu mir hat er den großen Vorsprung, dass er sich auch schon hat in Indien ausbilden lassen, im Himalaya war, also auch da ... Bin ich gespannt, was er zu erzählen hat. Herzlich willkommen in der Heldenstunde David Iconomo.
David: Hi, hi, freut mich, dass ihr hier bin. Schön.
Alexander Metzler: Und ich freue mich sehr, dass ich deinen Namen richtig ausgesprochen habe. Wir haben uns eben schon ein bisschen warmgequatscht. Wir hatten heute festgestellt, dass wir beide schon einen Zahnarzttermin hatten und beide leichte Schmerzen in der linken Schulter. Also ich sehe da sehr, sehr viele verbindende Elemente jetzt schon, bevor es überhaupt losgegangen ist. Richtig, David, wir wollen heute ein bisschen über die Macht, über die Kraft der
David: Anklopfungspunkte.
Alexander Metzler: stimmesprechenden Thema, das ich tatsächlich noch nie in meinem Podcast behandelt habe, obwohl ich ja interessanterweise ja auch selbst Speaker bin und sehr viel mit meiner Stimme arbeite. Auch da habe ich nachher noch eine Fachfrage an dich als Fachmann, aber vielleicht als Einstieg Menschen, die sich nicht professionell mit ihrer Stimme beschäftigen, Menschen, die sich nicht bewusst mit ihrer Stimme beschäftigen. Welches Potential verschenken die im Alltag?
David: Naja, ich würde sagen, es lohnt sich immer, seine Stimme mal unter die Lupe zu oder in den Blick zu nehmen, weil es einfach auch eine Beziehung mit sich selber ist oder auch eine Beziehung von uns mit der Welt ist. wenn da ein Bewusstsein drauf kommt, dann können wir auf jeden Fall bewusster mit der Welt interagieren, bewusster sehen, wer wir überhaupt sind, wer wir selbst sind. Wir wussten auch, ja, dieses Innen- und Außen überbrücken, so würde ich sagen. Ja, wir machen das alle. Also in der Regel. Sofern wir Sprecher sind. Sofern wir eine Stimme haben und nicht irgendwie aus pathologischen Können oder so daran gehindert sind. wir machen das alle und wenn wir da genauer gucken, wenn wir da mehr noch Bewusstsein und auch vielleicht ein bisschen Arbeit reinstecken, dann haben wir auf jeden Fall die Möglichkeit, mehr Hörbarkeit zu haben. man vielleicht auch sagen. Gehörter zu werden. vielleicht auch klarer zu werden im Ausdruck. Ich würde auch sagen, die Stimme hat auch ein richtiges Potenzial für Genuss. Also ich genieße es auch sehr, die Stimme erklingen zu lassen und auf den Wellen der Stimme zu reiten. Wenn ich mal an melodische oder singende, tönende Wellen oder Stimmen denke, es ist auf jeden Fall richtig genussvoll, die Stimme raus zu bringen, die Stimme raus zu lassen. sich zu äußern über die Stimme.
Alexander Metzler: Du sprichst jetzt von Genuss, du bist natürlich auch Musiker, du kennst dich aus mit Tönen, mit Melodien, mit Stimmung. Jetzt gibt es ja viele Menschen, die von sich behaupten, ich habe keine schöne Stimme, ich kann gar nicht singen, ich traue mich auch gar nicht, damit rauszugehen. Was würdest du solchen Menschen sagen?
David: Ja, ich finde es erstmal auf jeden Fall einen super wichtigen Punkt und auch irgendwie schade, dass das tatsächlich sehr häufig der Fall ist. Dass Menschen wie so eine Art Blockade oder eine Verwundung auf ihrer Stimme haben oder eben sich gar nicht wirklich verbunden fühlen oder auch gar nicht im Frieden sind mit ihrer Stimme. Und was ich denen sagen würde und sage tatsächlich, wenn sie mir begegnen, wenn sie begegnen mir immer wieder, ist, dass ich der Meinung mit der Auffassung bin, dass wir von Natur aus singende Wesen sind. Das haben wir mit den Vögeln gemeinsam. Oder mit vielen Vögeln gemeinsam. Und das ist wie so eine angeborene Fertigkeit ist. Dass wir das tatsächlich können. Und klar gibt es natürlich immer wieder Menschen, die das nicht gelernt haben oder die das wieder verlernt haben. Aber meiner Auffassung ist, dass wir das wirklich können und auch dass wir das so als Spezies wahrscheinlich länger machen als zu sprechen. Dass das uns noch mal natürlicher, angeborener ist zu singen als zu sprechen. Dass wir vielleicht auch als Babys oder auch auf dieser Ebene des Heranwachsens erstmal so was wie singen und dann sprechen lernen. ist also was eigentlich uns viel näher an unserer Natur ist. Und dass es oftmals halt was mit einer Erlaubnis zu tun hat, sich die zu geben. den Ton rauszugeben und erst mal auch damit sich selber vertraut zu machen mit diesem Medium und mit diesen Klang und mit diesem Ausdruck. Da sind natürlich total viele, viele sind dadurch, sind dadurch Schule oder andere Prägungen von abgeschnitten worden und das ist, ja ich finde das so fast tragisch, könnte ich sagen. Dass viele Menschen eben diesen Zugang zu ihrer Stimme verloren haben. Und gleichzeitig bin ich der Meinung und es ist auch meine Erfahrung, dass wir alle die Möglichkeit haben, wieder zu erlangen, diesen Zugang. Dafür habe ich einige Tools und Ansätze auch in meinem Werkzeugkasten und leite Menschen total gerne daran, dass sie erst mal ihre Stimme erfahren, vielleicht auch vor einem musikalischen Kontext.
David: Also erstmal so in der Naturform oder im Turzustand der Stimme, wo es noch nicht mehr Musik geht, sondern einfach darum, die Stimme zu erfahren. Jenseits von irgendeiner Leistungserwartung oder einer Erwartung, irgendwas erreichen zu wollen, einfach, indem wir unsere Aufmerksamkeit so reduzieren oder fokussieren auf die Stimme und einen Raum eröffnen, wo die Stimme erstmal einfach so sein kann, wie sie ist, von Natur aus. damit fange ich oft mal so Workshops oder Räume an, dass wir erstmal mit der Stimme so ganz sanft, ganz sachte und letztlich auch direkt und großzügig in Verbindung gehen, ohne dass das für irgendjemand anders gedacht ist als für mich selber, ich für mich selber meine Stimme erfahren.
Alexander Metzler: Voll schön, was du gesagt hast. Vor allen Dingen zwei Punkte, die ich so glaube ich auch noch nie gehört habe oder noch nie darüber nachgedacht habe. Punkt eins, den Vergleich, den du gezogen hast zu den Vögeln. Also Joli, meine Partnerin und ich, wir sind ja hier ein kleines Auffangbecken für abgegebene sogenannte Stubenvögel. Also in erster Linie Wellensittiche und Nymphensittiche, die wir aus den Tierheimen hier in den Wir unserer Umgebung immer wieder auf, und die bei uns ihr Lebensabend verbringen. Ich mache draußen für die Wildvögel ganz viel. Ich sitze hier mit axelfreiem Shirt. Draußen ist es weit über 30 Grad. Ich habe rund ums Haus drei Trinkwasserstellen für Wildvögel. Und diverse Futterpflanzen auch schon Ich habe jetzt einen Teich, die baden und dieser Gesang, hat was wunderschönes, aber ich habe das tatsächlich noch nie in Verbindung gesehen zu uns Menschen. Das finde ich einen ganz spannenden Connect, den du da gemacht hast.
David: Ich mag Vögel auch oder ich habe auch so eine Liebe für die Vögel und wie so eine Bewundung natürlich auch. Das erste, was ich mit Vögeln assoziiere, ist natürlich, dass sie fliegen. Und das zweite, was ich mit Vögeln assoziiere, ist, dass sie singen tatsächlich. Und da sehe ich auch, das schlage ich auch auf noch eine andere Brücke, dass es für mich manchmal sich so anfühlt wie Dass sich Singen für mich wie Fliegen tatsächlich auch anfühlt. Und dass das auch nochmal wie so eine Brücke ist zu den Vögeln. ich dieses Gefühl total erlebe, wenn ich singe und wenn ich so aufmache, wenn ich meine Flügel aufmache im Singen. Dass sich das wirklich auch so dieser Vergleich auch nochmal so anbietet oder mir sich zeigt.
Alexander Metzler: Mh.
Alexander Metzler: Der zweite Punkt, den du gesagt hast, war, das habe ich auch so noch nie betrachtet, dass wir als Babys ja tatsächlich dieses Lautmalen, das kommt ja wirklich vor dem Sprechen, das könnte man ja mit Singen vergleichen, Töne erzeugen, Töne halten, Töne schwingen lassen. Also ich meine jetzt nicht das Schreien, ich meine jetzt wirklich so dieses vor sich hin brabbeln, Töne erzeugen, dass wir das tatsächlich ja machen, das ist so...
David: Ja.
Alexander Metzler: Also ein Urinstinkt eigentlich, schon so eine Form von Kommunikation. Vielleicht sogar schon. Hab ich so auch noch nie gesehen.
David: Oder auch so eine Art, die Stimme auszubilden, bevor man dann atmosphälieren kann mit der Stimme und Worte und Sprache bilden. Das ist so eine Vorform.
Alexander Metzler: Ja. Gesang selbst, Stimme ist ja auch was, was kulturell, du hast gesagt wahrscheinlich ja... Bevor alles andere kulturell passiert ist, hat der Mensch vermutlich gesungen und hat Klänge erzeugt. Ich denke da so an Tribes, die ihre rituellen Gesänge haben. denke da diese typischen, ich glaube Neuseeländer sind das, die dann auf dem Spielfeld stehen. Sind das Neuseeländer? meine schon. Ja, genau. Ja, richtig.
David: Ich glaube, Hacker, Kriegsrituale oder Kriegerisch.
Alexander Metzler: Also in ganz viele verschiedene Formen begegnet mir ja hier in meinem Ort im Zuge des Männergesangsvereins zum Beispiel oder Singkreise. Ist tief in unserer Kultur drin, bis heute. Und trotzdem hab ich das Gefühl, dass wir Menschen so ein bisschen den Bezug zum Gesang, also wenn wir jetzt nicht gerade in so einem Verein sind oder so was oder unter der Dusche singen, also dieses ...
David: Hm.
David: Hm.
Alexander Metzler: Tief kulturell verbindende? Ist uns das vielleicht bisschen in unserer modernen Zeit verloren gegangen oder hat es sich nur andere Formen gesucht? Was würdest du sagen?
David: Ja, ich glaube das auf jeden Fall auch, dass es uns, dass es wie so einen Bruch gab auch. Ich würde das nicht verallgemeinern für alle Kulturen gleich. Ich würde da eigentlich in jede Kultur nochmal gesondert reinkommen. Ich habe ja so zwei kulturelle Referenzen. Ich bin halb Griecher, halb Deutscher und habe so einen Blick in beide Kulturen. Und würde da sagen, dass es in der deutschen Kultur auch nochmal ein bisschen deutlicheren Einschnitt oder Zäsur gegeben hat, vielleicht auch durch die Geschichte, durch den Nationalsozialismus, dass eben so dieses Auf Deutsch singen oder auch das deutsche Liedgut nicht mehr so unschuldig geblieben ist irgendwie auf einer Art und dass dadurch das in der Volksseel oder in der Kultur eben davon so bisschen Abstand genommen wurde.
Alexander Metzler: Ja.
David: Worin auch wieder eine Chance liegt, dass es sich neu erfinden liegt und was ich auch sehe, dass es auch viele neue Gesangskulturen und Singkreis und gemeinsame Singkulturen gibt, die auch zum Teil so global sind, dass sie eben auch kulturübergreifend sind und Kulturen auch wieder verbinden. Aber ja, es irgendwie so in der Kultur verwurzelte Gesangskultur und Liedgut auch gibt in der deutschen Kultur, nicht der Fall. Das ist irgendwo schade. Und andererseits habe ich auch immer wieder mich auf die Suche gemacht nach Liedgut in der deutschen Tradition. Ich habe auch so aus meiner deutschen Seite der Familie auch so eine Anbindung an Volksmusik, also mein deutscher Opa, der hatte auch so einen Bezug, der war Musiker und hat eben auch das unterrichtet. hab da nicht schon einen Knutspunktspunkt gefunden. nicht bewusst jetzt, weil das irgendwie mit der Geschichte zusammenhängt, sondern einfach weil es für mich wenig Resonanz einfach gibt. Mit den Texten, mit den Melodien. Das ist einfach wie aus einer anderen Zeit ist, jetzt für mich nicht mehr so schwingt.
Alexander Metzler: Was könntest uns Deutschen mit auf den Weg geben? Wie können wir das wieder bisschen mehr für uns entdecken? Hättest du da eine Idee?
David: Ja, also mit Sicherheit kann man schöne Lieder finden, wenn man richtig gut sucht. Und es gibt aber auch darüber hinaus, wo ich wirklich sehe, es richtig viele gute junge Leute gibt, die Lieder auf Deutsch schreiben. Und auch Lieder, die singkreistauglich sind oder die für gemeinsames Singen sich gut eignen oder die wirklich geboren sind. in dieser Zeit, die auch irgendwo in dieser Zeit den Zeitgeist für mich widerspiegelt. Gibt es so so subkulturellen Strömungen, würde ich sagen, auch so bisschen so, naja, ist das Wort New Age gut? Weiß ich nicht so genau, aber so bisschen so spirituelle Szene. Da habe ich ein so einen Einblick. Ja, und ich meine, auch in der Popkultur gibt es ja auch einen guten Rap, einen guten Hip-Hop, auch auf Deutsch. Das ist vielleicht ein Vorteil gewesen, dass man da so seine Stimme hat finden können. Also ich meine, Vorteil war, es vorher wie so eine Lücke war oder so ein Gap da war.
Alexander Metzler: Stimmt, ja. So ein Gap, das könnte man so sagen. Ist dir denn das Phänomen, dass du bist gut genug schon begegnet, das im Moment so weltweit sich ausbreitet?
David: Ich bin mir nicht ganz sicher, es kann aber sein, dass ich da irgendwas mit Lern und der Quo irgendwie assoziiere oder ist das...
Alexander Metzler: Nee, es gibt gerade, ich bin auch nicht so tief, ich kratze ja an der Boomer-Generation fast, deswegen kriege ich es auch immer nur so aus zweiter Hand mit, aber es gibt wohl einen deutschen Song, der heißt, also wird gesungen, Du bist gut genug. Und warum auch immer, es entzieht sich meiner Kenntnis, so bisschen elektronisch angehaucht, bisschen Rap dabei und so. Eigentlich ein sehr guter Song. Wenn er anfängt, denkst du erst mal, das wäre so eine Art Kindersong und dann würde er aber richtig erwachsen. Und dieser Song breitet sich ... auf der ganzen Welt gerade irgendwie gefühlt aus. weiß nicht, ob ich da jetzt übertreibe, aber das ist das, wie ich es wahrgenommen habe. Also in ganz vielen verschiedenen Sprachen singt man es nach, ohne überhaupt zu wissen, was es bedeutet. kennen wir umgekehrt so vom Englischen früher, wenn wir irgendwas mitgerappt haben oder mitgesungen haben. Keine Ahnung, was es bedeutet, aber so versucht die Lautmalerei nachzumachen. So wissen die auch nicht, was du bist gut genug eigentlich bedeutet. Was ich aber so schön finde daran ist dieses... Diese Botschaft, du bist gut genug, also das ist mal was, ich sagen, als Internetphänomen finde ich richtig, richtig nice, wenn das dann aus der deutschen Sprache kommt, heraus so sich über die ganze Welt ausbreitet als Botschaft. Also da muss ich sagen, da kann ich gut mit leben. Es wird dir bestimmt mal im Radio oder sowas begegnen, wenn du, falls du mal Radio hörst im Auto. Du hast das Thema
David: Cool, auf jeden Fall.
David: Mhm.
Alexander Metzler: Bewusstsein auch schon angeschnitten. Meditation. Ich arbeite ja auch sehr gerne mit Atem, also mach auch viel Breathwork für mich selbst auch. Im Zuge des Bio-Hackings. Und da finde ich auch eine interessante Parallele zwischen Gesang und Breathwork, weil Gesang folgt ja auch gewissen Rhythmus und einem gewissen Atemrhythmus. Du hast vorhin so schön gesagt, das Gefühl des Fliegens. Ich hab's mir notiert, fand ich auch so eine schöne
David: Mhm.
Alexander Metzler: So schönes Bild, das Gefühl des Fliegens durchgesangen. Und auf deiner Website hab ich gelesen, das Mantra-Singen, glaub ich in Indien im Zuge deiner Yoga-Ausbildung begegnet, gelernt, wenn ich das so richtig wiedergebe. So Mantra-Gesänge ist was, da hab ich noch keine Anknüpfungspunkte gefunden. Ich hab's versucht, ich war auch schon auf so Abenden.
David: Mhm. Mhm. Mhm.
Alexander Metzler: Aber ich bin da nie so wirklich reingekommen. Ich fand's immer spannend und interessant, aber ich hab mich da nie so richtig reinfallen lassen können. Ich kann mir aber in der Theorie total gut vorstellen, dieses Gefühl des Fliegens, was du gesagt hast, dass dass durch einen repetitiven Gesang und durch eine repetitive Atmung und auch durch dieses Gemeinschaftsgefühl ... ... Also, wie gesagt, der Theorie kann ich mir das vorstellen, dass da wirklich so eine Selbstauflösung passieren kann für einen Zeitraum X, ein total tiefer meditativer ... Zustand? Kennst du das aus erster Hand? Hast du wahrscheinlich viel erlebt, Und so hat deine Reise dahin wohl auch...
David: Hm?
David: Ja, auf jeden Fall. Also für mich ist die Mantra-Technik war mein Einstieg auf jeden Fall in diesen Space des repetitiven und man könnte es auch Transinduzierenden nennen oder meditativen Singens. Auf jeden Fall. ich habe das in der Zeit, an der ich auch viel Yoga praktiziert und auch hauptberuflich Yoga also unterrichtet habe. hat mich das noch mehr begleitet und war das so mein Hauptkanal, eigentlich meine Stimme zu erklingen zu lassen oder auch meine Stimme oder meine Singstimme. Meine Stimme auch zu erfahren als Medium für Bewusstseinserweiterung tatsächlich. Das habe ich über die Mantras so erfahren und das hat mich auch total berührt, geflasht, geöffnet, diese Räume des gemeinsamen Mantra, übrigens. Und ich habe das gelernt. Das war auch so Teil der der Jogischen Ausbildung, sage ich mal. Und habe es dann auch angeboten in meinem Yoga-Raum, den ich hatte. Dann habe ich aber auch gemerkt, dass es immer wieder Menschen gibt. Oder dass es auch etwas, wie heißt das, Exklusives hat auf einer Art. Also das heißt, ist schliegt auch Menschen aus, keine Resonanz haben mit dieser Art von Worten oder diese Sanskrit-Mantras, die man im Yoga oft benutzt. Die haben ja irgendwo auch eine kulturelle Hintergrund. Und diese kulturelle Hintergrund ist Indien. Und da gibt es halt verschiedene mögliche Arten und Weisen, davon eben nicht in Resonanz zu gehen. Oder auch zu sagen, ihr Wästler macht das aber falsch. Wir in Indien machen das so und das ist auch das Thema kulturelle Aneignung. Da kommen viele Dinge so auf den Tisch, die für mich gar nicht unbedingt so relevant waren. Als ich aber dann 2018 eine Erfahrung hatte, wo jemand einen Singraum eröffnet hat, der eben die Worte komplett weggelassen hat und wo wir mehr auf langen Vokalen
David: und auf kleinen Silben, die so universal sind, die keiner Kultur irgendwo zugeschrieben werden müssen, war das mich so eine Riesenöffnung und wie so ein Okay, da geht es lang. War das auch für mich wie so ein Ja, das ist nicht so exklusiv wie das Mantasingen. ist auch für mich, ich habe mit dem Mantasingen auch immer wieder so eine Frage der Identität gehabt. Ich habe auch irgendwie in Indien gelernt, aber gleichzeitig bin ich aber nicht aus der Kultur. Ist das auch was... wo nicht jeder so andocken kann, anklopfen kann. Ich denke, es geht auch. Eigentlich selbe Prinzip, repetitive Melodien. kraftvolle Melodien, aber eben nicht ganz ohne Wort gestalten. Da habe ich gesehen, da ruft es mich hin und das ist so der Raum, auch nochmal universeller ist, der nochmal mehr inklusiv ist und wo ich auch nochmal mehr so mich reinfallen lassen kann und nicht diese Identitätsfrage irgendwie habe, das meine Identität, kann ich mich damit entfizieren irgendwie indische Sanskrit-Manner zu singen? Das ist das, wo ich jetzt mitarbeite, in der Hauptsache Melodien ohne Texte. Und das hat noch mal viel mehr Raum für Bewusstsein, würde ich auch mal sagen. Die These in der Hauptsache. Viel mehr Raum für reineres Bewusstsein. Denn Sprache bringt ja immer eine Art von Bedeutungsebene mit rein. Von inhaltlicher Ebene. Selbst wenn es Mantras sind, die hauptsächlich Klangs wegen haben die trotzdem irgendwas auch dafür sich beziehen. Vielleicht in der metaphysischen Welt, aber sie haben irgendwo, bedeuten sie was. Und wenn wir aber die Wortgestalten ganz wirken lassen, kommt auch dieses Sprachzentrum, wo auch unser Verstand dran gedockt ist oder ein Teil unseres Verstandes dran gedockt ist oder beknüpft ist. Das kann dann auch mal so in die Ruhe kommen und in die Stille kommen.
Alexander Metzler: Mhm.
David: Und dann kann ich nicht irgendwie sagen, schön die Musik, der Text, wenn wir jetzt von Texten oder von Mantus reden, damit kann ich nicht viel anfangen. Diese Frage stellt sich dann nicht mehr. Und dann kommen wir nochmal auf eine ganz andere Art und Weise auch in die Tiefe, in den tieferen Zustand. Und mehr auch mit dem reineren Klang auch in Verbindung. Und ich glaube, der Anfang deiner Frage hatte auch was mit Atem zu tun. Vielleicht habe ich jetzt den Bogen wieder auch zum Atem. Denn Vokale sind ja stimmliche Laute, wo der Atem am wenigsten unterbrochen wird oder gar nicht unterbrochen wird. Das ist eine Definition von Vokal. Im Unterschied zu Konsonant. Konsonant ist ein Mitschwinger, wo andere Teile, Artikulationsbereiche, Artikulationswerkzeuge noch Mitschwingen und mit dem Atemfluss unterbrechen, ist in einem Vokal der Atemfluss ununterbrochen. und ungehindert. Das heißt wir nehmen lange Atemzüge, atmen tief ein und atmen lange aus. Auf langen Tönen. Und geben sozusagen auf den Atem unsere Stimme drauf. Das ist Breathwork, wenn du so willst. Und das ist Breathwork viel weniger. Ich nenne das manchmal, ich so Atemübungen, gibt es ja auch im Yoga, da habe ich ja auch viel mit gearbeitet. Atemübungen
Alexander Metzler: Mhm.
David: Versuss singen, Atemübung ist für mich wie so Trockenübung und wenn ich dann die Stimme zu nehme, dann ist es nochmal irgendwie auch nochmal für mich inspirierter auf eine Art oder die Musik kommt dann einfach mit rein und dann werden Emotionen einfach mit angestoßen und dann wird es nochmal viel viel satter irgendwie die Erfahrung.
Alexander Metzler: okay.
Alexander Metzler: Ja und dieses verbindende Element kommt vielleicht noch mit rein, was du am Anfang auch angesprochen hast, die Brücke zwischen uns und der Welt. Ich sehe zwar den Atem auch schon als eine Brücke, aber wenn du da noch Stimme drauflegst, hast du halt nochmal Asphaltbelag obendrauf und vielleicht nicht nur eine Schotterpiste. Es gibt ja auch im spirituellen Kontext die Theorie...
David: Ja, absolut. So tat.
David: Absolut.
Alexander Metzler: Der Urknall und so weiter, dass das ursprünglich mal durch einen Sound, durch den Ur-Sound entstanden ist. Das fiel mir gerade so ein, als wir uns jetzt so in spirituelle Gefilde vorwagen, dass das erste, was war, ein Sound war, der das Universum zum Schwingen, zum Explodieren, zum Expandieren gebracht hat. Spielt das eine Rolle bei der indischen Ausbildung?
David: Mmh.
David: Mhm.
David: Hmm.
Alexander Metzler: Ist dir sowas begegnet in dem Zusammenhang?
David: Über die indische Ausbildung hinaus bin ich sehr früh von einer Lehre geprägt worden. Oder habe Bücher von Joachim Ernst Berendt gelesen. es noch mal konkret dazu zu Joachim Ernst Berendt, der ist in den 70er Jahren als Jazzpapst bekannt gewesen. war ein Musikjournalist und Musikforscher. Und er hat Bücher geschrieben, heißen Nada Brahma, die Welt ist Klang. Und war dann später eine Radio. oder vielleicht war es erst eine Radiosendung, da gibt es auch eben die ganzen Aufnahmen von wo der auf die Reise gegangen ist in die Welt Beispiele dafür zu finden, Klangbeispiele ganz anschaulich und ganz eindrucksvoll, dafür dass die Welt Klang ist. Das ist Teil, kann man sagen, indischer Philosophie, aber nicht nur indischer Philosophie, sondern das findest du in vielen Kulturen, dass die Welt aus dem Klang entstanden ist. und nicht mehr entstanden ist, dass sie sich selber aus dem Klang immer wieder und permanent erschafft. Und dass eben auch die Stimme wie so ein Manifestations- und Schöpfungsorgan ist. Dass wir sagen können, Dinge, die wir als Menschen in die Welt bringen, die haben wir erstmal geäußert über Sprache. Und da liegt auch wie so eine Kraft in unserer Stimme, dass wir über die Stimme Dinge in die Welt bringen. nicht nur aus unserer inneren Welt in die äußeren Welt symbolischer Ebene über Sprache, sondern auch, dass wir mit der Stimme tatsächlich in der materiellen Welt manifestieren können. So ein Strang sozusagen als Antwort auf deine Frage und der andere Strang, der Antwort auf deine Frage, ich auch super spannend finde, ist, dass wir auch sagen können, die Welt, in der wir leben, ist eine musikalische Welt. Die Welt ist deshalb sozusagen in Balance Unsere Planeten kreisen deshalb die Sonne. Und dieses Sonnensystem ist ein stabiles Sonnensystem aus denselben Gründen, warum eine Oktave, eine Quinte, eine Terz und eine Quarte harmonisch klingen. Also, dass wir diese harmonikalen Verhältnisse, diese Proportionen, die wir ja auch im goldenen Schnitt oder in ganz vielen geometrischen Figuren auch in der Natur finden, dass das wie sozusagen die Bausteine oder der Code
David: für die Welt sind. Mit dem die Welt gebaut ist sozusagen. Ich ob das so nachvollziehbar ist, aber so ist eine meiner Grundthesen, denen ich arbeite, von denen ich ausgehe, so für mich als Weltanschauung und auch dann womit ich auch zum Teil in Kursen arbeite. Wenn ich sage, Musik als Ressource, ist das ein Kurs, ich anbiete. Und da stelle ich die These im Raum und belege dir dann in der Praxis auch, wir sind musikalische Wesen in einer musikalischen Welt. Bevor wir überhaupt irgendwie an Musik denken, funktionieren wir einfach auf der Ebene von Rhythmen, Frequenzen, Rhythmen, fasse mich ans Herz. Herz ist die große Bassdrum, die uns am Leben hält, solange wir atmen, solange unser Herz schlägt. basiert das auf einem Rhythmus. Und wenn es da Rhythmus, Arhythmien gibt in dem Herzen zum Beispiel, dann ist das nicht gesund. Ein Beispiel oder der Prozess des Gehens, der Fortbewegung ist ein rhythmischer Prozess. Versuch mal arrhythmisch zu gehen oder arrhythmisch zu laufen, dann wird daraus ein Stolpern zum Beispiel. Also absolut ist das Teil meines Weltbilds und auch meiner Arbeit zu sagen, hey, die Welten, die wir leben, ist nicht nur aus Klang entstanden, sondern sie ist Klang und sie schafft sich wieder und wieder nach musikalischen Prinzipien.
Alexander Metzler: Ich erzähl mal was aus unserem Privatleben hier. Weiß ich nicht, ob ich das schon mal erzählt habe. wir, meine Partnerin und ich, wir ommen abends für unsere Vögel. Bevor die schlafen gehen, kriegen die eins, zwei, drei Oms von uns.
David: Mhm.
David: Hm, schön.
David: Hm?
Alexander Metzler: Und das ist nicht nur für die Vögel das Zeichen, dass sie jetzt auf ihre Schlafplätze gehen und dass jetzt gleich der Kopf in den Flügel gesteckt wird, sondern das ist auch für uns so ein Runterkommen. Weil dieses Om, das hat ja wahrscheinlich jetzt jeder, der die Heldenstunde hört, schon mal was davon gehört, dieser meditative, sehr dunkle, nicht dunkle, sondern die tiefe Klang.
David: Hm.
Alexander Metzler: Und wenn man das dann so mit dem Atem verbindet, drei-, viermal macht, und es bringt einen einfach instant total runter. Auch dieses ganze Mitvibrieren des eigenen Körpers dabei. Also es ist ja wirklich, wenn du dich darauf einlässt und das wirklich in der Tiefe aus dir heraus entstehen lässt, dann vibriert der ganze Körper mit.
David: Mhm.
Alexander Metzler: Und das ist ... Das hat schon was Magisches. Ich mein, wir jetzt schon jahrelang so. Zumindest, wenn wir zu Hause sind natürlich. Und hat sich hier als fester Bestandteil unseres Abendrituars alles etabliert. Das hat mich grade so ... daran erinnert, was du gesagt hast, diesen ... Also nicht in Verbindung mit Worten, sondern nur der reine Klang. Und da kann ich total mitrelaten. das ...
David: Mhm.
Alexander Metzler: Das war ja auch die Erfahrung. war ja einmal, wenn wir gerade aus dem Nähkästchen plaudern, war ja auch einmal bei dir auf einem Kurz-Retreat gewesen im Rahmen des Handpan-Festivals letztes Jahres in der Grube Luise. Und da haben wir ja auch viel mit reinen Klang gearbeitet, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Wir haben eigentlich wenig gesungen, wir haben viel Klang produziert in der Grube. Sehr frei.
David: Hm? Hm?
David: Mhm.
Alexander Metzler: Was da bei mir passiert ist, war, dass ich dadurch schon währenddessen, aber auch danach ... hab ich so einen kreativen Outboost bekommen. Also, ich hatte wahnsinnig Lust, kreativ zu arbeiten. Während der Arbeit mit der eigenen Stimme und dieses intensive Stimmerlebnis, hab ich so gedacht, so, ja, und dann will ich jetzt an dem Projekt weiterarbeiten. Und da hab ich Bock drauf.
David: Hm.
Alexander Metzler: Wirklich wie so ein kreativer Zaubertrank irgendwie. Ich weiß nicht, ob dir das schon an anderer Stelle mit Teilnehmern begegnet ist. Also mir ist das so, glaub ich, noch nie passiert, dass mich so was so krass, rein auf der kreativen Ebene, so krass getriggert hat, im positiven Sinne. Und das fand ich ganz erstaunlich. Kannst du dir das bisschen erklären, was da passiert ist?
David: Hm.
David: Ja, auf jeden Fall ist es häufig so, dass Menschen ganz tief berührt werden davon. Und das ist was Wesentliches auslöst in den Menschen.
David: Und ich habe es jetzt nicht so wirklich mit Kreativität noch nicht so mir angeguckt, aber wenn ich ganz spontan drauf gucke, könnte ich mir vorstellen, da, naja, einfach so viel zu atmen, so viel mit Klang zu atmen, hat ja was mit der Lebendigkeit auch zu tun. Die Atem, der Atem ist ja auch wie so unsere Quelle. des Lebens sozusagen, oder bindet uns an die Quelle des Lebens, oder ist auch wie so das Leben findet statt. Das ist wie so ein Austausch oder wie so ein Brunnen auch, der Atem. Und dass das irgendwie so in dir wie so eine Lust hat zu leben hervorrufen, das erfahre ich halt immer. Das ist wie so eine Anbindung an das Leben, wie so eine Lebendigkeit. erinnert quasi. das auch dadurch, dass wir eben die Wortebenen und die Sprachebenen ganz beiseite lassen für einen Zeitraum, der dieser Workshop, warst, der glaube so zweieinhalb Stunden gedauert. Ich mache das, ich mache so kleinere Formate, das ist ein kleineres Format. Aber wenn man es trotzdem mal so absolut oder so losgelöst sieht, zwei Stunden mal ohne Worte die Stimme und den Atem erklingen zu lassen, wieder und wieder und so relativ intensiv. kann schon innere Räume aufmachen. Auch vom Breathwork kennt man das, dass man wirklich in so tiefe innere Landschaften oder Welten reinkommt. Für mich hat es auch immer wieder viel damit zu tun, diese Verstandesebene, die ich mit der Sprache oder mit dem, was ich vielleicht ego nennen würde, mit der Identität, kann man das vielleicht noch ein bisschen alltagsbrachig an. wenn meine Identität für zwei Stunden mal ruhen kann und ich aber trotzdem voll mit dem Leben im Kontakt bin, dann löst das so was ganz Erfrischendes aus und so was ganz Erneuerndes aus. Dieses aus dem Verstand rauskommen und diese Ich-Identität oder diese Ich bin David, ich mach dies und jenes, die Story mich herum, wenn die mal eine Pause bekommen, dann ist das wie so ein... ja...
David: fast medizinisch wirksam. Du hast eben das Wort Zaubertrank benutzt. Es gibt auch so eine Ausdruck zu sagen, die Stimme ist auch eine Medizin, wenn man sie freisetzt. Was da auf physiologischer Ebene und hormoneller Ebene passiert, könnte man sich auch noch mal angucken. Das ist nicht so mein Feld. Es interessiert mich schon, aber es ist nicht so meine Sprache, die ich so... in der ich so geläufig bin oder der ich mich so viel bewege. Aber mit Sicherheit wird da richtig viel Serotonin ausgeschüttet, Dopamin, die ganzen guten Hormone, die sind da auf jeden Fall dran beteiligt. Die werden da mit Sicherheit auch ausgeschüttet.
Alexander Metzler: So total schöner Weg Klang Stimme auch das eigene Ego mal ruhen zu lassen wie du es eben so schön genannt hast. Und das ist ja was das passiert den meisten Menschen während ihres gesamten Lebens leider nie. Weil sie sich einfach nicht da rein begeben weil sie keine Kontaktpunkte haben. Was könntest du denn jemand sagen? der sagt, irgendwie klingt das ganz spannend. Gibt es irgendwas, was wir proaktiv in den Alltag einbauen können, wo du jetzt sagen würdest, das ist eine kleine Übung, die kann eigentlich jeder mal machen, so ein bisschen an der Magie der eigenen Stimme zu kratzen. Wobei Kratzen im Zusammenhang mit Stimme vielleicht nicht ganz geschickt gewählt ist, aber besser habe ich die Kurve nicht gekriegt.
David: Mhm. Ja.
David: Wir können die Stimme aus dem Kratzen ins Summen Damit gebe ich das Schicksal Summen. Eine Art Weise, die Stimme zu aktivieren und mit der Stimme auf eine sanfte Art zu arbeiten, ist zum Beispiel das Summen. Wenn man sich mal hinsetzt und sieben Atemzüge sind es.
Alexander Metzler: Mhm.
David: Eine Minute sind zwei Minuten, je nachdem wie man arbeitet mit Timer oder einfach die Atemzüge zu zählen. Einen Zeitraum von einer halben bis drei Minuten einfach zu summen, tiefe Atemzüge zu nehmen, um einen Summton zu erzeugen. Es ist eine Art und Weise ganz sanft mit der Stimme in Kontakt zu kommen und auch eben diese Vibration der Stimme im eigenen Körper zu spüren, je nachdem Man die an verschiedenen Stellen und über das Summe mit den geschlossenen Lippen landet der Ton und der Klang viel mehr im Körper drin. Und das hat eine schnelle Wirkung auch auf das Nervensystem und auf die Art und wie wir uns wahrnehmen. Das ist unheimlich beruhigend und klärend zugleich. Das ist eine Technik, die es auch im Yoga gibt, die ich im Yoga kennengelernt habe. Brahmari heißt das Summe der Biene. Und das ist auf jeden Fall eine Art, die total simpel ist und wo du auch nichts mit Musik irgendwie groß zu tun haben musst. Denn Musik ist ja auch oft wie so ein Hindernis oder wie so eine Bühne geht dann direkt auf, wie so ein Erwartungsraum und so ein bin ich gut genug und so was, diese alte Frage. Und das hat eben nichts mit Musik zu sondern einfach einen Tonsummen, der vielleicht mühelos...
Alexander Metzler: Das Summen der Biene. Fizzik.
David: erklingt oder der möglichst mühe das erklingt und wo du die Vibration spüren kannst. Und dann danach eine halbe Minute in Stille das nachklingen lassen, das spüren. Man hat das gemacht für dich. Das wäre auf jeden Fall eine ganz simple Sache, wie man mit der Stimme arbeiten kann. Und es gibt noch mehr und ich weiß nicht, ob wir noch Zeit haben. Ich will noch was erwähnen, wo ich auch mit Bewusstsein arbeite. Ganz kurz, einfach das zwischen achtsames, aktives und bewusstes Hören. Wenn ich zum Beispiel draußen bin, der Natur oder wo auch immer, man kann es auch einfach als Meditation machen, für sich als formale Meditation, aber auch letztlich gut im Alltag einbauen. Einfach mal aus dem Denken ins Hören zu schiften, sich selber zu erlauben, die akustischen Ereignisse, die gerade jetzt im Raum sind, wahrzunehmen, ohne sie zu interpretieren, zu analysieren. oder zu bewerten, sondern einfach die akustischen Ereignisse als akustische Ereignisse wahrnehmen, dem Denken eine Pause zu geben, vom Denken ins Spüren oder vom Denken ins Wahrnehmen zu kommen. Und da gibt es ein Riesenfeld auch an Übungen oder an Fokusübungen. Stichwort dazu ist Deep Listening. Deep Listening ist auch wie so eine Weltanschauung, das könnte man sagen, aber dass man eben den Hörsinn mal so in den Fokus nimmt und über das hören zur Ruhe kommt tatsächlich.
Alexander Metzler: Das erinnert mich natürlich auch ans Waldbaden, Shenren Yoku, was ja auch ein Teil davon ist, wirklich zu hören, das Rauschen der Blätter, vom Wind. Vogelgesang hatten wir schon am Anfang, kommt da natürlich mit rein. Und was ich an der Stelle auch immer spannend finde, Vogelgesang ist auch was, was sich immer beruhigend auf unser vegetatives Nervensystem auswirkt. Das hat historische Gründe, weil wenn
David: Mmh.
David: Mhm. Mhm.
Alexander Metzler: Beutegreifer in der Nähe ist und Gefahr, dann verstummt der Vogelgesang. Das bedeutet, wenn plötzlich Stille herrscht, ist das unterbewusst ein Warnsignal für uns. Aber solange Vögel singen, weiß das Unterbewusstsein, okay es ist gerade kein Beutegreifer in der Nähe, es ist offensichtlich alles ruhig und sicher. Und das sind die Dinge, die kann man dann wirklich aktiv
David: Hm.
Alexander Metzler: Merken, Deep Listening hast du gerade gesagt, Begriff, ich tatsächlich auch noch nicht gehört habe. Sehr schön, Deep Listening. Das ist natürlich was. Aber das kann man natürlich auch in der Stadt machen. Man muss, also im Wald ist natürlich toll, aber auch das Leben in der Stadt, wo ich ja jetzt im ersten Impuls auch erst mal sagen würde, habe ich gar keinen Bock drauf. Aber warum sich da nicht auch mal hinstellen und öffnen und einfach mal dieses Gewehr an Stimmen, Telefonate.
David: absolut.
Alexander Metzler: Also alles das, wo ich normalerweise sagen würde, will ich nicht, will ich nicht, will ich nicht, will lieber Wald, will lieber Stille. Aber auch das mal ganz bewusst zu hören oder einzutauchen, ohne das zu bewerten, kann ja wahrscheinlich auch eine sehr spannende Übung sein.
David: Mhm. Absolut. Ja, es ist total auch möglich, auch in der Stadt.
Alexander Metzler: Wollen wir gegen Ende vielleicht so eine kleine Stimmübung gemeinsam machen? Wollen wir die Höhenden einladen, da vielleicht mal mitzumachen? Vielleicht drei Atemzüge mit Summen? Oder vielleicht fällt dir was ein, was du sagst, das würde in dem Format besser passen, wo alle mitmachen können, mal das kurz zu erleben?
David: Ja, ich tun da gerade rein für mich und schaue, das die Übung der Wahl ist.
Alexander Metzler: Mhm.
Alexander Metzler: Hatt ich dich auch nicht vorgewarnt, hatten wir jetzt auch nicht abgespornet, war jetzt auch eine spontane Idee von mir.
David: Ja, ist gut. was ich manchmal, was ich auch schon angesprochen habe, was wir machen können, ich weiß nicht, wie das in so einem Podcast-Format so platziert ist, aber ich würde es trotzdem mal wagen und einfach mal damit gehen zu sagen, hey, nimm den Moment in dir anzukommen, in dir zu landen. und Öffne deinen Körper, entspanne deinen Körper, öffne deinen Hören, komm den Hören an.
David: und bring deine Aufmerksamkeit zur Atmung.
David: Und du merkst, du atmest ein, atmest aus.
David: Und dann bringen wir als nächstes zu jeder Ausatmung geben wir unsere Stimme. Also jeder Ausatmung geben wir unsere Stimme. Ohne, dass wir was verändern daran, dass wir natürlich atmen. wir beeinflussen oder verändern den Atem nicht, sondern geben einfach der Ausatmung, die sowieso stattfindet, unsere Stimme. Das klingt bei mir dann ein bisschen so oder so ähnlich. Ich zeig's mal, wie das klingt. Hm.
David: Hmm...
David: Genau. Und das ist unser erster Klang. Können wir gerne noch bisschen weitermachen? Unsere frisch geborene Stimme. diesen Klang zu spüren, diese Vibration zu spüren. Ist Wieso den Naturzustand der Stimme, den natürlichen Rhythmus seines Artens hörbar zu machen? Und ich stimme auf eine ganz sanfte Art. Zu wetteln. Hmm... Hm.
David: Hm.
David: könnten wir jetzt noch eine Minute oder so machen. Ich kürze es mal ein bisschen ab. Aber wir nehmen uns im Moment einfach diesen Effekt, denn es hat eine Wirkung. Diese kleinen Tropfen von Stimme zu spüren in deinem Körper oder auch schon in der Wirkung auf dein Nervensystem, falls du sie wahrnimmst, kurz zu spüren und zu sehen, hey, diese kleinen Anstöße, kleine Mini-Puls, das ist... Deine erste Begegnung mit deiner Stimme jenseits von richtig und falsch, jenseits von Erwartungen des Funktionierens oder Leistens oder nach außen wirkt. Du im ganz, ich sag's vielleicht auch mal so ganz intimen Kontakt mit deiner Stimme. Und daraus konnte man dann zum Beispiel in der nächsten Stufe hingehen und sagen...
David: längeren, anhaltenden Klang entstehen zu lassen. Auch das können wir zwei zusammen, wenn du willst, einfach mit drei Atemzügen machen. Das war unsere Stimme mal. Drei Atemzüge lang einfach erklingen lassen auf diesen Pumastasied.
David: MMMM
David: MMMM
David: Moment in der Stille, Moment im Nachspüren. Denn tatsächlich klingt das in mir nach. Spürbar.
Alexander Metzler: Und das waren ja jetzt nur ein paar Momente. Die kann man, wenn man das für sich entdeckt, schon easy auch in seinen Alltag einbetten. Wie lang war das jetzt? Eine Minute, zwei Minuten? So was, vielleicht drei Minuten. Und man ist direkt im Kontakt, also so habe ich es empfunden, im Kontakt mit sich selbst, in der Verbindung jetzt, in dem Fall zu zweit, aber auch alleine, im Kontakt mit sich selbst.
David: Mhm.
Alexander Metzler: Und auch dieses, ja, ist wie das Ohm bei den Vögeln. Das hat was wahnsinnig Beruhigendes. Ich berühre manchmal auch dann die Zähne. Dann wird das Vibrieren im Kopf dann noch intensiver. Das mag ich eigentlich auch ganz gerne, wenn das mit vibriert. Und das ist eine sehr schöne, super simple, kraftvolle Übung, finde ich.
David: Mhm.
David: Auf jeden Fall. Macht so viel, ne? Verändert die Wahrnehmung, die Selbstwahrnehmung und die Klärung.
Alexander Metzler: Genau, Klarheit. Richtig, klar. Du sagst, wie es ist. Das wäre jetzt auch das, was als nächstes bei mir gekommen wäre. Klar, es schiebt irgendwie alles, was da so kreucht und fleucht, mal zur Seite für ein paar Augenblicke sozusagen. Sehr schön. Ja, wer da tiefer und intensiver einsteigen möchte, der hat Möglichkeiten. David, du betest Seminare an. Ich wird auf jeden Fall ...
David: Mhm.
Alexander Metzler: Deine Webseite auch in den Show Notes verlinken, da gibt es immer aktuelle Übersichten, aber jetzt stehen auch zwei größere Termine, glaube ich, demnächst ins Haus.
David: Ja, sag ich gerne, welche das sind. Beziehungsweise will ich vor den größeren noch einen kleineren Termin benennen, weil das ein Termin ist, an dem wir uns letztes Jahr kennengelernt haben, nämlich das Handpan Festival in der Grube Luise, wo ich auch dieses Jahr wieder einen Workshop anbiete zum Thema Stimme. Ja, da freue ich mich auch schon auf. Das ist vom 9. bis 12. Juli. Total empfehlenswertes Event.
Alexander Metzler: Hmhm.
Alexander Metzler: Mhm. Werden Sie auch sehen.
David: Da biete ich einen zweistündigen oder zweieinhalbstündigen Workshop an. Und dann biete ich zusammen mit meiner Partnerin Johanna, Markus, zwei Retreats an. Eins im Odenwald auf der Gebharz Hütte. Das nennen wir die Sommerode. Da kombinieren wir Embodiment mit Stimme und an einem wunderbaren Ort, an einem wunderbaren Retreatort im, tatsächlich wirklich im Wald muss ich in den Wald reinfahren. Seminar, was da gelegen ist, so wunderschön gelegen ist. Drei Tage, also Donnerstag bis Sonntag, Embodiment, also Körperübungen oder eine Praktik, die mit Körper und Verkörperung zu tun hat, die auch Fluent Body genannt wird, die Johanna anbietet und Stimme so in Kombination. Das ist unsere Erfahrung, dass das eine wunderbare, kraftvolle, sich ergänzende und ineinandergreifende Kombination ist von Stimme und Körper. Und das ist vom 16. bis 19. Juli. Weiß nicht, ob ich es schon gesagt habe. Und dann im Oktober, Ende Oktober, 28. Oktober bis 1. November bin ich auf Hordos, meiner griechischen Heimat. Es klingelt.
Alexander Metzler: David macht das Roddos gleich nochmal. Ich muss gerade mal ganz kurz an die Tür gehen. Entschuldigung.
David: Okay, kein Problem.
Alexander Metzler: sonst schicken die mich wieder zur Parkstation
David: Naja, nee, nee, das will man nicht.
Alexander Metzler: bei der Hitze. So dann geht bei RUTUS bitte nochmal neu rein.
David: Und dann sind wir auch gemeinsam auf Rhodos meiner griechischen Heimatinsel Ende Oktober, 28. Oktober bis 1. November für fünf Tage Stimme in Kombination mit 1 zu 1 Körperarbeit, die auch Johanna anbietet. 1 zu 1 Körperarbeit wäre in dem Fall so eine unterstützende Prozessbegleitung mit somatischer Körperarbeit, wo die Stimmreise mit unterstützt wird. Also die Stimmreise steht hier in Forderung. machen vier Stunden Stimme am Tag. da kommen tatsächlich Menschen auch in so inneren Prozesse oder in innere Bewegungen des sich Öffnen, des sich Kennenlerns, des sich Veränderns, Verwandten. Und da ist es auch wunderbar förderlich, wenn da so eine Unterstützung, so eins zu eins statt wenn das bieten wir auf Horos dieses mal zum ersten Mal so in dem Format an freue ich mich auch riesig drauf. Das waren die beiden.
Alexander Metzler: Brutus wunderschöne Insel ist das, ne? Griechenland, die stelle ich mir wunderschön vor und dann so ein Retreat, wo man so intensiv dann in die Stimmarbeit geht, würde ich, würde ich, stelle ich mir sehr sehr schön vor, würde ich glaube ich empfehlen, obwohl ich es noch nicht kenne, aber ich kenne ja immerhin dein Mini-Retreat und das hat mich sehr beeindruckt. David, vielen lieben Dank für die Zeit, die du dir genommen hast und für die schönen Einblicke in die Welt der Stimme. Das fand ich sehr sehr spannend. Vielen Dank.
David: Ja, ja.
David: Ja. Hm.
David: Ja, ich danke dir auch für die Einladung und war mir eine große Freude hier mit dir zu sprechen und zu reflektieren und zu resonieren.
Alexander Metzler: sehr stimmig.
David: Du weißt,
Alexander Metzler: Wir sind jetzt runter. Das heißt, das, wir jetzt sagen, hört man nicht mehr. Aber da kommt jetzt noch Abspannmusik, deswegen lasse ich hier die Kamera.
David: Mhm.
David: Mhm.
Alexander Metzler: Ich vergleiche das immer gerne mit einem Nachrichtenstudio, wo sie dann ihre Papiere zusammen packen oder das Laptop runterfahren und die Musik läuft noch. Das war wirklich sehr schön, David. Ich bin froh, dass wir das heute gemacht haben. bin froh, dass wir das nicht verschoben haben. War sehr gepasst.
David: Nö, sind...
David: Ja, ja. Dich auch. Absolut. Voll gut. Total stimmig, wie du sagst. Und das, ich gestern meinen Vorbehalt oder das Warflair ein bisschen so aufregte und ich wollte das auch nochmal hinterher, ich dass das irgendwie so dramatisch klingt. Ist gar nicht so dramatisch. Ich hab so ein Bedürfnis von einem Retuning meiner Arbeit. Das wäre auch gut, das immer mal wieder zu haben. Und das hat mich einfach in den letzten Tagen so bisschen beschäftigt. Und deshalb hab ich so das Gefühl, hm. Aber so, weißt du, so in so einem, wir sind ja eher hier in so einem Zoomout, in so einer Vogelperspektive gewesen und so nah dran und so in die kleinen einzelnen, gucken wir ja gar nicht.
Alexander Metzler: Es soll ja auch Leuten, also die Idee ist ja auch, dass so eine Folge eine Idee gibt. Stimme, okay, spannend. Hab ich mich noch nie näher damit beschäftigt. Ist ja vielleicht mal wert, sich damit mehr zu beschäftigen. Ich hab dich jetzt gar nicht mehr nach Aufwärmübungen als Speaker gefragt. noch zwei, drei. Aber ich hatte auch das Gefühl, jetzt noch mal ein neues Fass aufzumachen. Nee, das war, glaube ich, sehr rund am Ende. Mit den Übungen auch dann da noch mal neue Fragen zu stellen, fand ich ...
David: Mhm.
David: Hmm...
David: Hm.
David: Ja.
Alexander Metzler: nicht passend. nee, mag... Finde ich auch. Boah, Alter, hier ist mittlerweile... Ich nicht, guck mal, ich bin ein Speckschwein. Ja, ich bin ja noch unterm Dach und ich muss leider immer die Tür zumachen, weil meine Vögel unten so greichen. Das heißt, ich werde jetzt hier mal lüften. ja, wie gesagt, Donnerstag in einer Woche.
David: Ja, und? Runde Sache.
David: Guck mich mal, mir geht's auch so. Ja, hör.
David: Ja.
David: Hm?
Alexander Metzler: Wir haben gesagt, die Website und den Instagram-Kanal. Ist dir sonst noch irgendwas eingefallen für die Show Notes?
David: Das ist eigentlich so meine Musiken-Karte. Bestimmt irgendwie schneidest du das ein bisschen oder? Lässt es schneiden oder sowas?
Alexander Metzler: Ja, also das Break, ich das Paket da eben geholt habe auf jeden Fall. Sonst sehe ich da nicht, dass der irgendwas schneiden muss. War ja schöner Rund der Dialog. Wir haben uns nirgendswo irgendwie verhaspelt oder sonst irgendwas. Das lässt dann eins zu eins so durchlaufen. Kommt wie gesagt noch die Musik drauf. was ich machen werde, werde so kleine Snippets auf Instagram posten. So eins, zwei, vielleicht drei, je nachdem.
David: Mhm.
Alexander Metzler: Also ein Minute aus dem Gespräch. Da können wir ja gerne, wenn du einverstanden bist, Colab machen auf Instagram. Wenn ich dir den Link schicke. Das wird dann auch irgendwann dann nach Veröffentlichung passieren. Dann können wir noch ein bisschen die Werbetrommel rühren für die schöne Folge.
David: Mhm.
David: Ja, na, ja.
David: Mhm. Ja, klar.
Alexander Metzler: Ich stoppe jetzt hier mal die Aufnahmen auch.
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