Resonanz als Erfolgs-Schlüssel – mit Sören Flimm
Shownotes
Was passiert, wenn du wirklich in Resonanz gehst – mit dir selbst, mit anderen, mit deinem Leben?
In dieser Folge spreche ich mit Sören Flimm: Unternehmer, Musiker, Ex-Banker und Gründer der Resonanz Akademie. Sein Weg ist alles andere als geradlinig – und genau deshalb finde ich den Austausch so spannend!
Wir gehen der Frage nach, was Resonanz eigentlich bedeutet, warum sie in Unternehmen oft nur behauptet, aber nicht immer gelebt wird – und was jede und jeder von uns konkret tun kann, um wieder echte Verbindung zu spüren.
Es geht um Werte, die sich nicht nur gut anhören, sondern spürbar sind. Um Entscheidungen, die nicht nur logisch sind, sondern stimmig. Und um den Mut, dem zu folgen, was wirklich in dir schwingt.
Außerdem: Einblicke in Sörens Podcast „Die magische Brille“ und den Resonanztag am 30.09.26 auf dem ich selbst als Redner dabei sein darf.
Eine Folge, die dich vielleicht ein kleines Stück näher zu dir selbst bringt.
Website Sören Flimm: https://www.soeren-flimm.de/ Website Resonanztag: https://www.resonanztag.de/
Transkript anzeigen
Alexander Metzler: Und hier ist euer Host Alexander Metzler. bin Speaker, Biohacker, Digitaldesigner und Experte für mentale Gesundheit aus erster Hand. Und wie immer freue ich mich mega, dass ihr bei dieser Folge wieder dabei seid. Heute freue ich mich besonders, denn heute bin ich nicht allein, sondern ich habe mal wieder einen Gast. Und dieser Gast ist äußerst breit aufgestellt in seinen Dingen, die er in seinem Leben schon gemacht hat und aktuell auch macht. Ich lese es hier, es ist so viel, dass ich es hier mal vom Zettel ablese. ist nämlich Unternehmer, ist Redner, er ist Musiker, er ist Sänger, Entertainer, Musicaldarsteller, er ist Autor und Gründer der Resonanzakademie und, soweit ich das bisher beurteilen kann, ein superfeiner Mensch. Wir sind nämlich von der ersten Begegnung irgendwie miteinander sehr in Resonanz gegangen. Herzlich willkommen in der Heldenstunde Soren Flimm.
Sören: für diese Breite und Einladende an Moderation. Ich steige in ein warmes Bad. Vielen Dank für die Einladung, lieber Alex.
Alexander Metzler: Ein warmes Bad ist ein schönes Stichwort, lieber Sören, denn ich war auch gerade bei dir zu Gast im Podcast und da haben wir übers Eisbaden gesprochen. die Folge verlinke ich auch sehr, sehr gerne in den Show notes, dass wir uns gegenseitig finden, unseren schönen Austausch. Und ich möchte natürlich mit dir über dein Herzenthema sprechen, über das Thema Resonanz. Und ich habe es auch gerade schon gesagt, du hast ja unglaublich viel schon in deinem Leben gemacht. Und tatsächlich das Exotischste, was ich hier finde, ist der Musicaldarsteller. Ich hatte auch mal so eine Musicalphase in meinem Leben. Was hat dich denn am Musical fasziniert und wie kann man sich das vorstellen? War das so wie bei mir Leintheater oder warst da richtig tief drin in der Musicalszene?
Sören: Also wenn ich deine Anmoderation höre oder wenn man sie jetzt hört als Dritter von draußen, könnte man denken, ich bin so der Bühnen gemischt wahren Laden. Nein, da bin ich nicht. Das hat einfach viele Jahre Historie, all das, was du jetzt berichtet hast. Und das Thema Musical, direkt auf deine Frage zu antworten, liegt mir einfach total am Herzen, weil ich die Kombination aus menschlichen Emotionen aus Geschichten, aus dem Leben, aus dem Transfer, der dort auf der Inhaltsebene stattfindet, gepaart mit Musik, die einfach emotional in uns eindringt und diese Ebene nochmal auf ein ganz anderes Level katapultiert. Ich finde es so spannend, was Musical da schafft, Menschen in eine andere Welt zu entführen und am Ende zu sich zu führen. Also es ist ja immer irgendwie eine Projektionsfläche, die da stattfindet. So habe ich es zumindest immer verstanden und so empfinde ich es auch. Deswegen fasziniert mich dieses Genre schon viele, viele Jahre. Und tatsächlich in diesem Jahr, wir haben 2026, vor genau 20 Jahren stand ich das erste Mal als Solist bei einer Musical-Galer-Veranstaltung auf der Bühne und von da an hat mich das total gepackt. Und das ist aber nie mein Hauptberuf geworden. Ich hatte Damals, auch vor 20 Jahren, das war genau die Zeit, dann auch mit dem Gedanken gespielt, ins Musical zu gehen, weil ich eben extrem hohe Leidenschaft dafür habe und habe mich damals beworben an der Musicalschule in Hamburg und das hätte auch geklappt. Parallel lag aber der Ausbildungsvertrag bei der Sparkasse auf dem Tisch in Nordhessen und diese zwei Dinge, also lag wirklich so nebeneinander auf dem Tisch und ich habe mich dann aus dem Hauptgrund, dass ich hier nicht weg wollte. Die Bühne konnte ich mir irgendwie vorstellen, aber alles andere, was damit verbunden war, irgendwie nicht. Wann habe ich hier geblieben und habe die Bankausbildung gemacht und habe viele Jahre in der Finanzdienstleistungswelt wirken...
Sören: Ich bin da auch extrem gefördert worden von meinem Institut damals. Mit 24 wurde ich Filiarleiter. Das war der erste große Meilenstein, Personalverantwortung seit dem 24. Lebensjahr. Dann durfte ich mein Diplom noch machen in Bankbetriebswirtschaft und habe dann einige Jahre einen recht großen Bereich geführt. Das Thema Musical, Konzert und Bühne hat mich aber all die Jahre, das kannst du dir vorstellen, wenn du eine starke Leitschaft hast, hat mich das nicht losgelassen. Und so ist das eine ... eine zweite Profession geworden. Also das war relativ schnell mehr als ein Hobby. Ich habe meine erste eigene Veranstaltung produziert. Dann 2008, also vor 18 Jahren, habe ich eine Eigenproduktion, Galaveranstaltung auf die Bühne gebracht, eine Musicalveranstaltung. Hab sehr viele eigene Sachen gemacht, war dann auch in anderen Produktionen eben zu Gast, war aber nie mein Hauptberuf, nie mein Hauptbroterwerb, sondern ich habe das gemacht und tatsächlich auch all das gemacht, was neben dem originären Beruf so ging. Also an Wochenenden nach Feierabend auf Sonderurlaub. All die Jahre, dann so mein musicalischer Höhepunkt erreicht war. Das war 2018 die Hauptrolle Dr. Jekyll und Mr. Hyde im gleichnamigen Musical. Und das lief dann echt alles noch neben dem Managementjob in der Bank lief das ab. Und Jekyll & Hyde war also wirklich Programm zu dieser Zeit in meinem Leben. Und so war das viele Jahre nebenher und 2019 bin ich dann in die Selbstständigkeit gegangen als Redner, was natürlich für mich die Vereinigung aus diesen beiden Welten war. Einerseits Bühne, andererseits Themen, die Menschen in Organisation und im Business bewegen. Mit dem starken Hang zu Menschenorientierung und zu Humanismus habe ich dann alles zusammengeführt und das ist jetzt so meine Welt seit 2019 in der Selbstständigkeit immer mehr auf der Suche nach dem Thema Resonanz, was dann irgendwann auch in mein Leben getreten ist, auf der Suche nach dem Thema. Weißt du, du kennst das ja als Redner, man auf der Suche nach seinem Herzensthema. ich hab das immer schon gespürt, irgendwie das Thema Resonanz, war mir überhaupt nicht bewusst. Und irgendwann kam das dann in mein Leben hinein. Und das war für mich so dieser Knoten, der dann geplatzt ist. Diese Perspektive von Resonanz. Und seitdem habe ich all mein Tun, mein berufliches Tun, darauf ausgerichtet,
Sören: Menschen und damit auch mir selbst Resonanzerfahrungen zuteil werden zu lassen.
Alexander Metzler: Das war jetzt natürlich die perfekte Brücke zum Thema Resonanz. Ich muss aber trotzdem in der Zeit noch mal zurückgehen, weil ich das so faszinierend finde. Du hast gesagt Hamburg, Musical. Das heißt, müsste ja, im Grunde liege ich da richtig, es müsste ja die Musical Stage School in Hamburg gewesen sein, schätze ich mal.
Sören: Das war damals die Jopfhahn & End Academy, war die Schule der Stage Entertainment. Es gibt in Hamburg auch noch die Stage School, die gibt es auch glaube ich in anderen Städten noch. Aber mir war es damals die Jopfhahn & End Academy im Kehr wieder in Hamburg, wo ich erst so intensiv Workshops gemacht habe und dann gab es eben dann diesen Aufnahmeprüfungs- und Bewerbungsmoment. So war das damals.
Alexander Metzler: Ich stell mir das grade ... Du hast es jetzt so ... Klar, erzählt das, aber ... Da liegen zwei Verträge. Das eine ist die Zusage zur Schule, Ausbildung, zur Musicalwelt. Bühne, Kostüme ... Orchester, Zuschauer, Applaus, Show, Reisen. Und das andere ist die Bank. Sören, die Bank. Also, sind so zwei Welten, sind ... Die sind so diametral gegenübergesetzt. In meinem Kopf jedenfalls. Gut, du hast es dann in deiner Freizeit, deine Leidenschaft da weiter ausgelebt. Aber du bist auch dann Vollblut-Bankmensch, richtig? Du bist dann auch schön mit dem Anzug und Krawatte und hast dich die Kunden gekümmert und Kreditvergabe gemacht. Und das hat alles gepasst, ja? Das war Resonanz für dich.
Sören: Also ich kann heute sagen, ich bin nicht Vollblutbankmensch. habe das all die Jahre, habe ich eine extrem hohe Identifikation damit gehabt. Das stimmt. Immer damit, das kann ich heute reflektiert sagen, etwas zu bewirken, Menschen zu begleiten, Menschen größer, besser und stärker zu machen. Eben in diesem Fall durch Produkte und Dienstleistungen, die eine Bank ebenso zu bieten hat. so der Kern, die Kernleidenschaft ist jetzt nicht Banking. Das war mir aber all die Jahre überhaupt nicht bewusst, dass die Kernleidenschaft nicht Banking ist, sondern das, was Menschen dort tun. Aber genau so war das bei mir. Also dann war ich Filialleitung gemacht, war die erste Führungsaufgabe und dann hast du natürlich Kundenberatung auch gehabt, erst Privatkunden. Als ich dann vom Studium zurückkam, war ich verantwortlich im Firmengeschäft. Das heißt, ich war nicht mehr direkt am Kunden, sondern hatte ein großes Team von tollen Beraterinnen und Beratern, denen ich für dich dann auch mitverantwortlich war. Und wir haben gemeinsam dann dafür gesorgt, dass Unternehmen eben einen guten Bankpartner haben. Also im Corporate Banking war ich dann zuletzt unterwegs.
Alexander Metzler: Und heute ist eben dein großes Thema die Resonanz. die Resonanz, also Resonanz für mich ist das ein Wort, das würde ich im Deutschen übersetzen als vielleicht Mitklang oder Wiederklang, möglicherweise. Also wir kommen ja beide von der Bühne und wir machen auch beide Musik. Du spielst Klavier, ich spiele Handpan. Du spielst wahrscheinlich noch andere Instrumente mit einem Musical Background, nehme ich mal an. Bei der Gitarre zum Beispiel ist es ja so, man schlägt eine Seite an und die anderen Seiten schwingen mit und es gibt so eine gewisse Harmonie. Das ist vielleicht so das schönste Bild, was ich jetzt so schnell parat habe zu dem Thema Resonanz. Wie überträgst du das Thema Resonanz auf die Menschen? Woran merke ich, dass ich mit anderen Menschen ...
Sören: Ja genau.
Alexander Metzler: in Resonanz bin und woran merke ich, dass ich mit mir selbst in Resonanz bin.
Sören: Das sind viele Fragen und ich versuche sie in on point zu beantworten. Das fällt einem als Redner manchmal schwer. Also was ist Resonanz? Also Resonanz ist jetzt nicht die nächste Wellness Idee, die wir jetzt in unserer Zeit jetzt so brauchen. Es ist vielmehr eine Haltung, wie ich finde, nämlich genau die Haltung, die du beschreibst.
Alexander Metzler: Mhm.
Sören: Wo kann ich mitschwingen? Das Gitarrenbild ist so schön, wenn du jetzt als Gitarrist und auch für alle anderen, die jetzt nicht Gitarristen sind, da könnt ihr euch trotzdem vorstellen, du stellst zwei Gitarren nebeneinander, so gegenüber, ja? Und schlägst bei der einen die A-Seite an, das ist die zweite Seite an der Gitarre, die A-Seite schlägst du an, dann wirst du feststellen, dass bei der zweiten Gitarre, die gegenüber steht, die A-Seite auf einmal wie von Geisterhand auch anfängt mitzuschwingen. Das ist Resonanz. Resonanz ist das Mitschwingen anderer Systeme. eine Brücke möchte ich direkt schon nehmen. Wenn wir die A-Seite der ersten Gitarre dann stoppen, also anhalten, werden wir nicht feststellen, dass das bei der anderen auch der Fall ist. Sie wird trotzdem weiter schwingen. Deswegen geht es bei Resonanz immer darum, eine Antwort zu geben auf etwas. Es ist nicht das Echo von etwas. sondern es ist das Mitschwingen, wie du sagst. Und jetzt bin ich alter Lateiner. Ich habe ja Latein in der Schule gemacht, von der fünften bis zur einschließlich dreizehnten Klasse, schriftliches Abitur in Latein. Und es hat mir in meinem Leben bisher noch nichts großgebracht. Wenn ich jetzt aber das Thema Resonanz anschaue, dann steckt genau das darin. Also da steckt das lateinische Wort, sonos, re sonos. Sonos ist der Klang und re sonos ist dann eben der Wiederklang. Genau wie du sagst. Also etwas klingt. und etwas antwortet darauf. Und das zeigt das Gitarrenbild so schön. Und jetzt sind wir bei deiner Frage, was macht das eigentlich zwischenmenschlich? Also es gibt verschiedene Lebenssituationen, Momente, die uns in Resonanz versetzen können, also in ein Mitschwingen. Zum Beispiel, ich erzähle das im Vortrag immer so platter her, uns können Produkte oder Dinge in Schwingung versetzen. Bei mir die Firma Apple, wenn die neue Geräte rausbringt, wie ein neues MacBook oder sowas. Dann versetzt mich das irgendwie in eine Art Resonanz und hinterher überlege ich mir, welche Kaufargumente passen wohl dazu. Das würde man jetzt rein wissenschaftlich als eine diagonale Resonanzbeziehung bezeichnen. Es gibt eben auch noch vertikale Resonanzbeziehungen, also übergeordnetes, sinngebendes kann uns auch in Resonanz versetzen. Das ist Kultur, das ist Religion, solche Theen, also übergeordnetes, über uns, größeres als wir. Und das dritte, und jetzt komme ich zu deiner Frage,
Sören: Uns können eben auch Menschen in Schwingung versetzen. Man würde das horizontalen Resonanz oder auch soziale Resonanz bezeichnen. Also Menschen schwingen gemeinsam. Und du hast gefragt, woran macht man das fest? Wie merke ich das? Naja, das merke ich in erster Linie daran, wenn ein Gespräch leicht ist. Wenn wir miteinander sprechen und irgendwie ist es gar nicht anstrengend für uns. Also im Sinne von Energieaufkommen natürlich. kostet es physische Energie zu sprechen und da zu sein und zu stehen und zu sitzen oder was auch immer. Aber das Gespräch an sich ist irgendwie leicht. Und das ist guter Indikator. Der zweite Indikator ist, die Zeit verfliegt irgendwie total schnell. Wir gucken auf die Uhr und denken, wow, jetzt ist ja schon eine halbe Stunde vorbei. Dann ist das auch ein guter Indikator dafür, dass wir in Resonanz sind. Und danach dem Gespräch denken wir, okay, das war irgendwie eine spannende Begegnung. Das war ein Gutes Gespräch. Es fühlt sich gut an. Es fühlt sich stimmig an. So das sind so Indikatoren dafür, wenn wir spüren, okay, jetzt hat genau das mit den Gitarren, was ich eben versucht habe zu beschreiben, hat hier zwischen uns stattgefunden. Nicht einer ist nur am Senden und der andere nimmt alles in sich auf und nicht der andere ist permanent am Ziehen und ich nehme alles in mir auf, sondern wir hören einander und antworten aufeinander. Das ist immer dieses Ich höre und antworte. Das klingt jetzt total pathetisch und platt vielleicht. Aber wir kennen auch diese Gespräche und das war ja auch Teil deiner Frage. Wann sind wir nicht in Resonanz, wenn wir irgendwie auf den Frequenzen aneinander vorbeisenden? Einer ist nur von seiner egozentrierten Sicht am Senden und will Dinge sagen und rüberbringen und ziehen und argumentieren und will etwas vom anderen. So und dann zieht sich der andere oft zurück, wenn wir das unterbewusst empfinden. Andersrum genauso und das kennen wir auch, wir reden irgendwie aneinander vorbei. Weil jetzt komme ich zum Schluss noch mal zu den Gitarren. Diese beiden A-Seiten der Gitarren haben beide eine Frequenz von 440 Hertz. So das ist jetzt unnützes Wissen Teil 1 dieses Podcasts, könnt ihr gleich wieder vergessen. Das heißt aber, wenn diese A-Seite, die könnte ich auch stimmen auf 445 Hertz. So.
Sören: Was würde passieren in diesem Experiment? Mit diesen zwei Gitarren? Wenn ich die erste A-Seite Ja, würde nichts passieren. Ich kann noch so energisch, kräftig und laut und probiere es nochmal und schlage die nochmal mehrfach an und lauter. Ich bewege nichts auf der anderen Seite. Das heißt, die große Aufgabe für uns, wo wir es mit Menschen zu tun haben, zunächst im Business-Kontext, ob als Führungskraft zu meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ob als Beraterin, Berater, Kundinnen und Kunden oder in der internen Zusammenarbeit. Wenn wir Menschen für etwas gewinnen möchten, wenn das die Ausgangslage ist, ich sage das ganz bewusst, wenn wir Menschen gewinnen möchten, das wollen wir nicht immer im Leben. Aber wenn das das Ziel ist, die große Aufgabe zuvor, irgendwie auf eine Art Wellenlänge miteinander zu finden, eine Beziehung herzustellen, die auf beiderseitiger Antwortfähigkeit beruht, sonst können wir inhaltlich noch so viel senden und trommeln, wir bewegen nichts auf der anderen Seite.
Alexander Metzler: Als ich mich in Vorbereitung auf unseren Austausch mit dem Thema Resonanz ein bisschen näher beschäftigt habe, ist mir im Business-Kontext sofort so dieses Werteplakat, was viele Unternehmen für sich sozusagen auf die Fahnen schreiben. Nachhaltigkeit, Diversität, offene Kommunikation. Und das ist ja gut, dass man solche Punkte vereinbart. Aber hier und da bekomme ich eben auch mit ... dass die Haltung des Unternehmens gar nicht zu diesen definierten Unternehmenswerten passt, dass es eben nicht miteinander resoniert und dass es eben vor allen Dingen dann auch nicht bei den Teams und bei den Mitarbeitenden ankommt, weil es so nicht vorgelebt wird. Weißt du, was ich meine? Also sozusagen ein bisschen Dissonanz vielleicht in der Botschaft. Was könnte man denn jetzt als Unternehmen tun? Damit sich möglichst die ganze Crew und das ganze Unternehmen, inklusive Führung, auch wirklich mit diesen Zielen identifiziert und miteinander dann in Resonanz geht.
Sören: Ich muss schon schmunzeln bei deiner Frage, weil das genau natürlich Momente sind, die mir und uns in der Arbeit, in der Resonanzakademie begegnen. Wenn wir in Unternehmen, in Organisationen gehen, sind das oft Themenwerte, Leitbild und wie wollen wir uns einander begegnen. Und was ich oft feststelle, ist genau das, was du auch beschreibst, dass wir Dinge an der Wand hängen haben, wie wir sein wollen und wie wir uns begegnen wollen und dass es da, nennen wir es mal, ein Ungleichgewicht zu dem gibt, was ich erlebe. subjektiv, wenn ich unterwegs bin in diesem Unternehmen. Und das liegt natürlich daran, dass wenn ich Werte im Außen aufschreibe, die nicht immer gleich was mit meinem individuellen Verhalten zu tun habe. Weil wenn wir zwei jetzt vereinbaren, hey, wir wollen eine Company gründen, wir machen Unternehmen und was ist uns wichtig in der Zusammenarbeit, wie wollen wir sein und wir schreiben auf Respekt und Wertschätzung und Toleranz und Offenheit, dann ist ja die Kernfrage Was machen wir beide morgen ab 8.30 Uhr anders, damit das erlebbar wird für uns einander? Und das ist oft das, es bricht, wenn Management-Team schließen sich ein und verabreden Werte, wie wir sein wollen, wo sich auch immer kognitiv alle hinterversammeln können. jeder liebt ja diese Werte. Respekt und Wertschätzung und Offenheit, da sagen immer alle, wir wollen das und alle unterschreiben das. Ja, aber erst unter Druck zeigt sich ... ob Systeme schwingen oder zusammenziehen. Das heißt, erst unter Druck zeigt sich, meinen wir das wirklich ernst und wie erinnern wir uns gegenseitig daran, wie wir uns begegnen wollen. Und diese Arbeit, das spürst du vielleicht, die lieb ich zutiefst, die ehrliche Auseinandersetzung, weil die Werte sind schnell aufgeschrieben. Wir müssen viel mehr oder sollten viel mehr darüber reden. Was macht das mit meinem individuellen Verhalten? Was kann ich anders machen? Was kann ich anders machen, insbesondere unter Druck? unter Stress, unter all dem, was uns begegnet an Herausforderungen, was kann ich anders machen, diesen Wert, hinter dem ich mich ja eigentlich versammel kognitiv, trotzdem erlebbar zu machen auf der anderen Seite? Und das hat ganz viel mit Resonanz zu tun. Wie können wir uns auch vielleicht liebevoll daran erinnern? Weil ich stelle mal eine These auf. Die These ist, Unternehmenskultur ist oder Leitbild und Wertekultur ist immer die Summe zwischenmenschlicher Interaktionen.
Sören: Das kann ich nicht beschreiben. Kultur ist immer die Summe aus der ganzen zwischenmenschlichen Einzelinteraktion, die da stattfindet. Erlebe ich das wirklich oder hängt das nur an der Wand? Und das ist leider oft das, was ich eben erlebe, diese ehrliche Auseinandersetzung und diesen einen Gedanken möchte ich noch mitgeben. Ich hatte letztes Jahr, nee, schon zwei Jahre her, auch eine Anfrage von einem Unternehmen nach genau diesem Thema. Wir wollen Werte. Wir wollen Leitbild, wir wollen Führungskultur. Wir wollen aber die Hälfte der Werte, die wollen wir als Geschäftsleitung vorgeben. Nur die andere Hälfte soll erarbeitet werden. Sondern dann sag ich, stopp. So, und das ist jetzt genau der Punkt, wo ich eben sagte, Antwortfähigkeit. Resonanz stellt sich dann und auch nur dann ein, wenn ich eine Frage reingebe und bereit bin, mit der Antwort zu leben. und mit der Antwort zu interagieren. Wenn ich nicht in der Lage bin, warum auch immer, keine böswillige Absicht, wenn ich nicht in der Lage bin, mich auf das einzulassen, was mir begegnet, wenn ich die Antworten schon habe, glaube, die Wahrheit zu kennen und die Richtigkeit zu kennen, dann wird es ganz schwer mit Resonanz, weil dann bin ich nur bei mir selbst und das macht dieses Wertethema so schwer. Sie wollen das natürlich, wollen breite Partizipationen und machen Workshops und lassen die Dinge erarbeiten. Aber in Wirklichkeit, in Wahrheit wissen wir schon, wie es sein soll, was da entsteht. Weißt du, was ich meine? So. Und das ist immer ein Problem, weil es nicht wirklich auf Resonanz aus ist, auf Partizipation, auf ich höre, was mir begegnet und interagiere damit weiter. Damit ist das oft, nicht bei allen, aber oft nicht ausgelegt, sondern so wollen wir sein, Und wir machen da noch mal ein Workshops zu, dass es sich so anfühlt, hätten wir das gemeinsam erarbeitet. Das ist jetzt eine böse These.
Alexander Metzler: Ja.
Alexander Metzler: Ja, aber ja, kann ich komplett so nachvollziehen, dass es so abläuft. ja, gucken wir mal vom Unternehmen aufs Individuum. Im Unternehmen habe ich denn, das ist spannend, habe ich als Mitarbeiter oder Führungskraft, was kann ich denn dazu persönlich beitragen? Ich sage jetzt mal ganz plakativ, meinen eigenen Resonanzkörper zu erhöhen, zu vergrößern. Also gibt es da vielleicht auch mentale Tricks als Teil der Arbeit? diesen Raum größer zu machen, je größer der Raum, desto eher kann ich Resonanz empfangen und auch geben, würde ich jetzt mal sagen, korrigiere mich, wenn ich da falsch unterwegs bin. Gibt es da Tricks, gibt es da Möglichkeiten, die eigene Resonanzfähigkeit zu erhöhen?
Sören: Ja, absolut. Es beginnt erstmal auf der Haltungsebene. Also sehe ich mich auf dieser Reise, und wir sind ja noch im unternehmerischen Kontext, hier gerade unterwegs im Business-Kontext, sehe ich mich auf dieser Reise bloß als Passagier, der da auf seinem Stühlchen sitzt, so unter Deck, oder bin ich jemand, der durchaus auch Interesse daran hätte mitzuwirken? Also ich bin beim Thema Eigenverantwortung. Ich kann natürlich da sitzen und ich bleibe mal bei dem Bild. Ich kann als zweite Gitarre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter da sitzen und warten, dass ein anderer mich stimuliert und mich anschlägt und in Schwingung versetzt. Also, dass von außen Energie zu mir kommt. Das brauchen wir auch alle irgendwie. Das ist immer Bestandteil. Wir lieben das auch, wenn nach dem Vortrag Applaus kommt. Das ist tolles Gefühl, wenn von außen Energie zu mir kommt. Das ist ein großartiges Gefühl. Es darf ja nur nicht dazu führen, dass das mein alleiniger Versorger von Energie ist in meinem Tun, sondern ich sollte irgendwie eine Idee darüber entwickeln. Was sind denn eigentlich die Momente, die mich selbst von innen heraus in Schwingung versetzen in meinem Tun? Wo ziehe ich meine Energie raus? Wo lege ich meinen Fokus drauf? Und wie bringe ich mich auch verantwortlich ein im Kontext zu anderen? Also wo sind wir selbst auch die erste Gitarre, nicht nur die zweite, sondern auch die erste? Welchen Beitrag, welches Angebot kann ich denn machen, dass der andere auch in Resonanz mit mir gehen kann? Weil wir haben das jetzt sehr objektiviert formuliert und das sieht immer so Kaskadenartig aus, dass das von oben nach unten in, wenn ich hier reiche sprechen darf, in Schwingung versetzt wird. Ja nun, da stecken ja immer Menschen drin. Also auch ich als Führungskraft habe ja ein Resonanzbedürfnis. Ich habe ja auch das Bedürfnis, mit Energie versorgt zu werden. Wo kriege ich das denn eigentlich her? Und das zeigen diese Gitarren so schön. Es ist so ein beiderseitiges Verhältnis. Also bin ich nur in der Konsumentenhaltung da. Oder bin ich auch unter Produzentenhaltung da? Und es ist immer beides. Also das ist die Haltungsebene. Und dann hast du gefragt, wie kann ich denn eigentlich meine Resonanzfähigkeit erhöhen? Da bin ich erst mal dabei, überhaupt ein Bewusstsein darüber zu bekommen. Was bringt mich denn eigentlich in eine Form von Resonanz? Und ich mach das mal ganz platt. Also was sind die Momente, Situationen und Menschen, wo ich das, was ich eben versucht habe zu beschreiben, empfinde? Was ist leicht?
Sören: Was ist leicht für mich? Was geht mir ganz leicht von der Hand? Einerseits. Andererseits. Was sind die Dinge, wo ich immer wieder dran hängenbleibe, die mich sehr, sehr viel Energie kosten? Und jetzt formuliere ich das mal sehr gesundheitsorientiert. Das sollte irgendwie ausgeglichen sein, diese Bilanz. Und wenn ich dauerhaft spüre, und da gibt es zahlreiche Gründe für, wenn ich dauerhaft spüre, dass ich nur auf der zweitgenannten Seite unterwegs bin, dass mich Dinge viel Kraftkosten, viel Reibungkosten, viel Energiekosten, dann bin ich auch nicht mehr resonanzfähig. Weil dann bin ich immer mehr bei mir und meinem Mangel und meinem Bedürfnis und kann für den anderen kein guter Versorger sein, kann kein guter Gesprächspartner sein. Also diese Selbstwahrnehmung einerseits, aber auch die Selbstverantwortung andererseits. Mit welcher Stimmung, und ich nehme mal dieses Wort, weil es so passt, mit welcher Stimmung Komme ich denn eigentlich jeden Morgen hierher? Weil, wir wissen auch, Stimmung ist immer ansteckend. Wir können uns nicht dagegen wehren. Es findet emotionale Ansteckung statt, ja? Wenn ich da morgens schon reinkomme und finde alles doof und hab keine Lust und es ist alles blöd und so, ne? Und hab dann noch die Erwartung, dass ich eine Führungskraft habe, die mich jetzt aber positiv in Schwingung versetzt und so, weißt du? Wir spüren die Dynamik. Es ist immer eine Eigenverantwortung. Und manchmal finde ich es einfach zu leicht, zu sagen, okay, die anderen. Okay, Führung, okay, Unternehmen. Ja, das ist der größere Anteil, weil ich bring mich natürlich auch nur dann ein, wenn ich eine Form von Selbstwirksamkeit spüre. Wenn ich das Gefühl habe, okay, ich kann etwas bewirken. Das ist wiederum dieser Resonanzraum. Wo kann ich sein? Wenn ich immer wieder die Erfahrung mache, meine Meinung interessiert hier keinen. Wenn ich was sage, will es keiner hören. Und die Antworten, die ich gebe, die sind vorher schon da gewesen. Na ja. dann ziehe ich mich immer mehr zurück, ist auch klar. Also es ist immer die Summe aus allem, aber wie ist der Ort? In der Gitarre ist das dieser Corpus, Also wir schlagen die Seite an, die Seite ist der Mensch und dieser Corpus, in dem der Ton erklingt, das ist natürlich in dem Bild gesprochen dann das Unternehmen. Kann ich überhaupt klingen? Trägt dieser Klang überhaupt? Ich hoffe, das gibt einigermaßen konkrete Antwort auf deine Frage.
Sören: Aber wenn ich es jetzt auf einen Aspekt zusammendampfen darf, dann ist das Eigenverantwortung und Eigenbewusstsein und Selbstwahrnehmung.
Alexander Metzler: Das sind natürlich auch Themen, mit denen ich mich sehr intensiv befasse. Diese Fähigkeit, das dann überhaupt festzustellen in sich selbst, darauf zu hören, welche Signale schicken mir mein Körper, mein Geist, was reflektiert oder was resoniert in mir und was resoniert in mir überhaupt dann nicht. Und das auch anzuerkennen. Und überhaupt festzustellen, auch über den Berg von Arbeit und Tätigkeiten und To-do's und Tasks, die die Menschen jeden Tag ausgesetzt sind, dann trotzdem diese innere Arbeit mitzunehmen. Das kann ich total gut nachvollziehen. Du hast es jetzt ja aber auch immer ganz schön, was macht leicht, was fühlt sich gut an, was geht mir gut von der Hand. Wie ihr alle kennen ... Wahrscheinlich, vielleicht nicht alle, aber es ist ein gut nachvollziehbares Beispiel. Du hast eine Konferenzsituation. Leute, eine kleine Gruppe, sieben, acht Leute sitzen zusammen. Die Stimmung ist gelöst. Man hat schon bisschen was erarbeitet. Der eine oder andere Scherz fällt. Und es ist eine gute Stimmung im Raum. Und dann geht die Tür auf. Und Person XY kommt rein. Ein, ich sag mal, Miesepeter. Der mit sehr schlechter Laune oder vielleicht haben auch manche so bisschen Angst vor ihm oder vor ihr. Und die Stimmung kippt innerhalb einer Sekunde und es wird eisig im Raum. Ist das auch eine Form von Resonanz?
Sören: Nein. Das ist keine Form von Resonanz. Nach meinem Verständnis muss ich vorwegschicken. Es gibt unterschiedliche Perspektiven. Ich orientiere mich in meiner Arbeit sehr stark an den großartigen wissenschaftlichen Arbeiten von Hartmut Rosa, der dem ein oder anderen, wer sich mit dem Thema beschäftigt hat, vielleicht ein Begriff ist. Und ich stütze meine Antwort sehr auf diese Perspektive. Ich würde das viel mehr als emotionale Ansteckung bezeichnen, weil Resonanz bedeutet Verbindung. Ich bin mit jemandem in Verbindung und es findet Energie. Austausch statt. Und wenn jetzt jemand mit einer gewissen Gestimmtheit den Raum betritt, steckt mich das an. Das kennen wir alle. Wenn ich jetzt zum Bäcker gehe, Sonntagmorgen, so und hol mir meine Brötchen und da steht jemand hinterm Dresen, wo ich das Gefühl habe, die freut sich, dass ich da bin und hat ein bisschen Lust darauf, mir mit gewissen Bäckereiprodukten einen schönen Tag zu machen. Dann spüren wir das, dann haben wir irgendwie Bock darauf. Ich merke aber genauso, wenn das andersrum ist, wenn ich wo hinkomme und jemand hat jetzt, ich störe den Geschäftsbetrieb, weil jemand einfach gerade in keiner günstigen Stimmung ist. Also Stimmung überträgt sich immer. Emotionale Ansteckung findet irgendwie immer statt. Das ist aber nach meinem Verständnis keine Resonanz. Weil Resonanz ist ein beiderseitiges pulsierendes Verhältnis, was aber erstmal mit Harmonie nichts zu tun hat. Also Harmonie ist ja okay, wir sind einer Meinung und ... Wir haben die gleichen Perspektiven und wir haben uns gern und all das. Das ist schön, wir alle mögen das, das fühlt sich gut an. Gleichzeitig ist das natürlich nicht immer günstig. und ich bleibe in dem musikalischen Bild, wo alles immer eintönig und harmonisch klingt, wird das relativ schnell dann auch eintönig und langweilig. Also wir brauchen Dissonanz, wir brauchen Abweichung.
Sören: Wir brauchen ein breites Klangbild. Nur mit der A-Seite werde ich kein gutes Konzert spielen. Also da werden wahrscheinlich nach wenigen Minuten schon die ersten aufs Handy gucken und nach weiteren Minuten die ersten den Saal verlassen. Ich brauche noch so ein paar andere Klangbilder da dabei und erst aus diesen anderen Klangbildern entsteht dann am Ende das Gesamtergebnis. Das heißt Resonanz ist ein Verbindungsmoment, wir Andersartigkeit nicht bewerten im Sinne von das ist falsch und du siehst das nicht richtig und wir sind sofort oft in so einem Bewertungsmodus. Weißt du, wenn jemand anders klingt auf einer anderen Frequenz, prüfen wir ja sofort, kann ich damit einverstanden sein? Ne, ne, ne, hier, das ist die richtige Frequenz. Hier bin ich unterwegs. So ist es so. Und wir sind sofort in so einer Bewertung und das ist natürlich Gift für Resonanz. Also wo ich andere Perspektiven stehen lassen kann, akzeptieren kann, ohne einverstanden zu sein. sondern verstanden zu sein, ohne einverstanden zu sein, da machen wir auf einmal eine andere Art von Erfahrung. Ich bleibe da in einem Meeting, wenn die Achter sitzen und wir... Es ist ja großartig, wenn wir unterschiedliche Perspektiven haben. Die dürfen eben nur nicht dazu führen, wir uns, dass diese Perspektiven, dass wir aus diesen Perspektiven den Menschen ableiten. So. Das ist nur eine Perspektive auf etwas. Und wir neigen oft dazu, darin Menschen zu sehen. Weißt du? Das klingt jetzt sehr hochgestochen, aber wir dürfen das trennen voneinander, dass wir uns zuhören können, andere Perspektiven wirklich versuchen zu verstehen, dann zu gucken, wie interessant. Das habe ich so gar nicht gesehen. Können wir das irgendwie integrieren? Können wir uns irgendwo zwischen uns an einem Punkt zusammenfinden, der für uns beide ganz cool ist, der sich für uns beide stimmig anfühlt? Und deswegen braucht es dieses breite Klangbild. Weil jeder bringt etwas ein und nur daraus kann am Ende dann auch ein schönes Konzert oder eine Sinfonie oder ein Song oder irgendwas werden. Die Andersartigkeit macht es eigentlich so spannend und Harmonie ist eigentlich nicht günstig für Resonanz. Ich komme zurück zu deinem mies gelaunten Menschen, der in dieses Meeting kommt. Also auch hier darf ich dann in den Selbstabgleich gehen. Was macht das jetzt gerade mit mir?
Sören: Und wie sehr schwinge ich mich darauf ein? Wie sehr lasse ich mich anstecken? Jetzt bin ich wieder bei dem Bewusstsein, bei Resonanzbewusstsein. Wie sehr lasse ich mich auf Stimmung ein und übernehme das für mich? Also auch erst mal das festzustellen, wie viele merken das gar nicht? Auf einmal verändert sich die Stimmung im Raum und eben war sie noch gut. Und warum denn eigentlich? Na ja, es findet diese emotionale Ansteckung statt. Und dann gilt es vielmehr, das überhaupt wahrzunehmen und für sich klarzukriegen. Wie kann ich jetzt gut für mich sorgen? Was kann ich tun, mich nicht permanent anstecken zu lassen?
Alexander Metzler: Wenn wir Resonanz als etwas betrachten...
Alexander Metzler: was die Menschen zusammenbringt, das könnte man, glaube ich, sagen. Es ist ja eine Verbindung. Auch in deinem Sinne, lieber Sören. Und du bist jemand, der mit sehr viel Begeisterung dieses Thema in die Welt trägt und damit ja auch dazu Rechnung trägt, Verbindung zu schaffen, Verbindung innerhalb von Unternehmen zu schaffen, Verbindung unter Menschen zu schaffen. Wenn wir da mal ein bisschen rauszoomen und uns die Welt, wie sie sich uns jetzt gerade so darstellt, auch mit ganz aktuellen Entwicklungen, so globale Entwicklungen, Kriege, Diktatoren, diese großen Themen, mit denen wir ja multikrisenmäßig beschallt werden, verlierst du da manchmal so ein bisschen den Glauben an die Resonanz? Möglichkeit der Menschen? Hardest du da manchmal oder sagst du, das ist ja interessant, da gibt es ja noch viel Arbeit zu tun, let's get it on. Was geht da in dir manchmal vor, wenn du mit so einem schönen Thema dann so ins große Ganze rein guckst?
Sören: Das ist eine sehr spannende Frage. Die hat mir auch noch niemand gestellt. Ich finde sie interessant darüber nachzudenken, weil einerseits glaube ich, dass wir in dieser Zeit, der wir leben, alle gerade an ganz verschiedenen Stellen unter Druck stehen. Dass uns Dinge Angst machen. Wir sprechen von dieser Barney-Welt. Brüchig, ängstlich, nicht linear, so unvorhersehbar. Und dass diese unvorhersehbare, sich stark schnell verändernde Welt eine Wirkung auf Menschen hat. Und ich glaube, dass diese Wirkung auf Menschen sehr unterschiedlich ist. Dass sich Menschen in sich zurückziehen und nach außen auf Angriff gehen. Dass Egozentrierung stattfindet und dass die Antwortreaktion auf Druck in dieser Welt ist. Das ist auf der anderen Seite aber den starken Wunsch und ich glaube daran, dass tief innen drin bei den Menschen, das ist mein positiver Glauben, Gefühl, ein tiefer tiefe Sehnsucht nach Resonanz da ist. Eine tiefe Sehnsucht danach gesehen und verbunden zu sein. Und dass die Ausdrucksweisen sehr unterschiedlich und natürlich auch, und das hast du gesagt, sehr schädlich sind an ganz vielen Stellen in dieser Welt. Und ich habe für mich erkannt, das ist jetzt aber bitte nur meine Perspektive, dass es auch mir nicht gut tut, mich mit all diesen Dingen in der Welt permanent zu beschäftigen. Das hat was mit meinem Fokus auch zu tun. Ich habe gelernt über mich und jetzt sind wir wieder bei Resonanzbewusstsein und Fähigkeit. Wenn ich mir morgens zehn Minuten nach dem Aufstehen schon die Nachrichten reinziehe, die Themen, die du beschreibst, bin ich in keiner guten Verfassung, auch für andere ein guter Resonanzort zu sein. Das macht was mit mir. Und das macht mich ohnmächtig. Das macht mich traurig, macht mich ohnmächtig, das macht mich ängstlich. Jetzt darf man natürlich verstehen, da bist du viel tiefer drin als ich, wie Medien funktionieren, uns diese Dinge auch permanent zu liefern, die uns dann in eine Art von Schwingung versetzen. Ich habe für mich eine gewisse Hygiene da gefunden, mich nicht permanent mit allem zu benetzen.
Sören: Das klingt jetzt vielleicht total verantwortungslos und total egoistisch, aber ich kann auch nur gut mein Thema in diese Welt tragen und Menschen mit Energie versorgen, wenn ich selbst welche habe. So, anders geht das nicht. Und deswegen glaube ich daran, dass a. diese Sehnsucht da ist, in unserer Gesellschaft diese Sehnsucht nach Verbindung, weil es sind ja gar nicht nur diese multiple Krisensituation, die wir haben, es sind ja auch die ganzen Entwicklungen. rund Technisierung und künstliche Intelligenz, gerade stattfinden. Und ich glaube, all das führt in die Entfremdung. Das führt in die Verbindungslosigkeit und Menschen glauben, wir müssen das immer besser bewältigen und immer schneller und fangen an, in Selbstoptimierung abzubiegen. Und all das führt aber in das Gegenteil von Resonanz. Ich verliere mich selbst in diesen Dingen. Ich habe keinen guten Selbstkontakt mehr. Und jetzt bin ich bei all dem, was du gesagt hast und ich versucht habe zu beschreiben, wieder dabei, ein Resonanzbewusstsein zu entwickeln und in guten Kontakt mit sich selbst zu kommen. Weil nur dann, wenn ich in gutem Selbstkontakt bin und das trage ich voller Energie in diese Welt, kann ich auch Menschen mit Energie wiederum versorgen. Und ich glaube daran, dass sie zurückkommt. Ich glaube, dass Energie im Fluss ist. Und das klingt jetzt sehr spirituell, das meine ich gar nicht so. sondern wir kennen auch diesen Moment alle. Wenn ich eine Rede halte, einen Vortrag, eine Keynote und ich kann das gar nicht anders als voller Leidenschaft und Hingabe zu tun, dann spüre ich manchmal irgendwann später im Leben, es kommt irgendwie was zurück. Ob das ein Mensch ist, der sagt, Mensch, ich habe letztes Jahr einen Vortrag gehört, hat mich total bewegt oder ob das eine Anfragesituation eines anderen Unternehmens ist oder so, weißt du, es schwingt etwas zu mir zurück. Aber das ist natürlich ... Haltung, ohne es kontrollieren zu wollen. Wir sind oft in so einem, ich tue das, will aber das gleich zurück. In diesem, ich gebe das und das will ich zurück. Oder ich will nur was haben, auch das gibt es. Auch auf der Bühne. Leute, die nur was für sich haben wollen. Das ist immer ungünstig. Und das ist meine Grundhaltung, voller Hingabe, das zu tun, wofür man brennt und in der Leidenschaft steht, auch auf der Werte-Ebene steht, und den festen Glauben daran zu haben, dass das zu einem zurückfindet. Irgendwann und irgendwie.
Alexander Metzler: Das ist dann auch eine schöne Haltung, mit so einem Grundvertrauen ins Leben zu tun hat. Was ich als sehr, sehr gesund, mental gesund erachte. Du hast eben schon angesprochen, über Medien kann ich natürlich unglaublich viel reden. Aber weil wir gerade das Thema haben, einen drösten und hoffnungsvollen Satz von mir. Die Nachrichten ist immer die Zuspitzung der Nicht-Normalität. Also alles, was nicht normal läuft in der Welt, ist das, was die Nachrichten sind. Die Nachrichten bringen immer den ... Das Licht, das Bühnenlicht ... Wie sagt man? Schlaglicht? Mir fehlt gerade das Wort. Das Scheinwerferlicht. Den Spotlight, genau. Ja, das Spotlight immer auf das, was gerade nicht gut läuft. Und das find ich einen sehr tröstenen Gedanken. Weil natürlich sehen wir das jeden Tag mehrfach.
Sören: Also den Spotlight, ich würde sagen den Spotlight.
Alexander Metzler: und glauben dann, dass die ganze Welt so ist. Das ist der Trugschluss. Die ganzen guten Dinge und die Dinge, normal laufen, die werden nie in den Nachrichten stattfinden. Keine Nachricht heißt, heute sind wieder 10.000 Leute sicher mit den öffentlich-rechtlichen Verkehrsmitteln in Hamburg an ihrem Arbeitsplatz angekommen. Das wirst du in keiner Zeitung und in keinen Nachrichten sehen. Aber wenn einer von diesen 10.000, aus welchen Gründen auch immer anfängt durchzudrehen und vielleicht das Messer zieht, dann ist das natürlich in allen Zeitungen und in allen Nachrichten. Und ich glaube, wenn man mit diesem Gedanken den Nachrichten guckt, dann bringt es das ein bisschen mehr in Resonanz zu dem guten Rest, der in der Welt passiert. Das Thema Resonanz, das behandelst du auch in deinem Podcast, lieber Sören. Die magische Brille, der Resonanz-Podcast. Was ist denn die magische Brille?
Sören: Also die magische Brille dient als Narrativ für das Thema Resonanzbewusstsein. Also die Idee dieses Bildes besteht darin, setz die magische Brille auf und blicke anders auf Situationen. Auf dich selbst, aber auch im Situation im Außen und dadurch bekommst du ein anderes Bewusstsein. Wie oft sind wir in Automatismen unterwegs? Wie oft folgen wir Konventionen? Wie oft folgen wir jahrelang an uns gestellten Erwartungen, ohne dass das uns bewusst ist? Und die magische Brille dient dazu, mal diese Situation liebevoll anzuschauen. Nicht mit dem Ziel, sofort alle Zelte an dieser Welt abzubrechen, sondern ein anderes Bewusstsein zu bekommen. Und jetzt könnte ich bei deinem Nachrichtenbeispiel, das ist ein wundervolles Beispiel, es kann natürlich bei mir irgendwie Habitus sein, dass ich jeden Morgen die Nachrichten angucke. Oder ... Per Push-Benachrichtigung alle Nachrichten auf mein Smartphone kriege. Hat man vielleicht so etabliert, ist so ein Automatismus geworden. Jetzt merke ich vielleicht gar nicht, dass das ungünstig für mich ist im Sinne der Energie. Und jetzt könnte ich in der Magischen Brille dazu eine Podcastfolge machen, sagen, was ist denn eigentlich wirklich bei dem Thema Medienkonsum günstig für uns? Schauen wir doch mal aus dem Blick der Magischen Brille darauf. Also ich möchte den Leuten eigentlich nur ein Denkangebot machen. Dinge bewusster wahrzunehmen, ein Empfinden dafür zu bekommen, wo bin ich in Resonanz? Nicht Egozentrierung, sondern Resonanz ist immer die Grundlage von Verbindung. Also, wo bin ich in Resonanz? In Kontakt mit mir und anderen einerseits. Und wo gibt es vielleicht Menschen, Orte und Situationen, wo ich permanent Energie reinschütte, sie aber niemals zu mir zurückkommt? Das ist dieses Bild der magischen Brille, weil ... Ich fand der Resonanzbewusstsein-Podcast etwas zu sperrig und zu kryptisch.
Alexander Metzler: Die Magische Brille macht auch auf jeden Fall neugierig. Und wer jetzt neugieriger auf das Thema Resonanz geworden ist, natürlich deinen Podcast abonnieren. Er kann oder sie kann deine Bücher lesen. Ihr könnt den Sören aber auch live erleben. zwar beim Resonanz-Tag. Möchtest du dazu noch ein bisschen was sagen, Sören? Am 30. Ähm, ich hab ... Du weißt das besser als ich, genau.
Sören: September. Es ist ja noch so weit hin. Ein halbes Jahr noch. Ja, danke, dass du das ansprichst. Der Resonanztag ist eins meiner Babys. Ein eigenes Veranstaltungsformat, was zum dritten Mal in diesem Jahr stattfindet. Wo es darum geht, nicht bloß ein... Ich mag das jetzt gar nicht so abwertend formulieren, aber nicht eine Speaker-Veranstaltung zu machen, wo es Keynotes gibt und die Leute kommen hin und inhalieren das alles so. Wo es nur darum geht, wieder neue Sachen einzuatmen.
Alexander Metzler: ist noch ein bisschen hin.
Sören: sondern meine Intention und die Idee beim Resonanztag ist, dass wir eine Verbindung aus ein und aus atmen haben. Was meine ich damit? Also, dass dort Resonanz möglich wird, dass wir tolle Rednerinnen und Rednerinnen auf der Bühne haben und es geht hier auch nicht mich. Ich bin immer ein Bestandteil dessen, weil ich irgendwie der Gastgeber dieses Formates bin. Aber ich versuche Menschen auf die Bühne zu bringen und das ist bisher gut gelungen und auch in diesem Jahr wieder gelungen, die mit den Leuten Lust haben, Kontakt zu gehen, die natürlich irgendwie einen Bühnenimpuls geben, wo es aber auch Workshop-Formate gibt. mal miteinander in Verbindung zu gehen. Also auf Augenhöhe sich zu begegnen zwischen Bühne und Auditorium. Und, lieber Alex, ich freue mich in diesem Zusammenhang so über deine Zusage, dass du auch Teil des Programms in diesem Jahr bist und die Eröffnungs-Keynote halten wirst beim Resonanztag am 13. September in Kassel. Wen das Format tiefer geht, interessiert dich. hier keine Werbeveranstaltung machen. Auf www.resonanztag.de gibt's alle Infos dazu.
Alexander Metzler: werde ich natürlich hier auch in den Show Notes von dieser Folge verlinken, genau wie deine Website Sören-Flim.de. Da kann man sich alles angucken, was du auch anbietest, vor allen Dingen auch als Redner. Und ich glaube, ein sehr, sehr, sehr spannendes Thema, auch gerade im Unternehmenskontext. Sören, vielen lieben Dank für diesen Austausch. Vielen Dank für die Resonanz, die wir uns gegenseitig geschickt haben. Ich fand das einen ganz tollen Austausch. Und das Thema Resonanz resoniert mit mir auch auf ganz vielen Ebenen. mit meinem Kernthema nämlich Bewusstsein. Ich glaube, sind da beide sehr, ähnlich mit unterschiedlichen Begrifflichkeiten, aber bringen da einfach Verbindung zwischen die Menschen. Das finde ich sehr, schön. Vielen lieben Dank für deine Zeit.
Sören: Sehr gerne und herzlichen Dank für die Einladung.
Alexander Metzler: Jetzt sind wir schon unten, jetzt spielt aber noch ein bisschen Musik. Man wird uns zwar noch bisschen reden hören, reden sehen, aber nicht mehr hören. Und damit sage ich auch nochmal ganz, ganz herzlichen Dank, ganz privat zu dir. Das war sehr schön. Vielen Dank.
Sören: Das gebe ich von Herzen gern zurück. Das hat großen Spaß gemacht.
Alexander Metzler: Jetzt haben wir da auch genug Futter hinten dran. können wir jetzt stoppen.
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