Den eigenen Weg gehen: Spiritualität und Leben – mit Niklas Mohnfeld

Shownotes

In dieser Folge der HELDENstunde spreche ich mit Niklas Mohnfeld – Model, Schauspieler, Coach sowie Ski- und Surflehrer – über berufliche Vielfalt, mentale Gesundheit und den Mut, den eigenen Weg zu gehen. Niklas erzählt offen von seiner Rheuma-Diagnose in jungen Jahren, von veränderten Routinen und davon, was ihn antreibt, neue Pfade jenseits klassischer Karrieren zu wählen.

Wir sprechen über Spiritualität, Meditation und darüber, wie bewusste Alltagsgestaltung auch in schwierigen Zeiten Kraft geben kann. Außerdem geht es um Selbstverwirklichung, finanzielle Sicherheit und die Frage, wie viel Einfluss wir als Einzelne wirklich haben.

Alle Infos zu Niklas:

Website: https://niklasmohlfeld.de

Instagram: https://www.instagram.com/niklasmohlfeld/

TikTok: https://www.tiktok.com/@niklasmohlfeld?r=1&t=ZN-91CEjM8ysju

YouTube: https://youtube.com/@niklasmohlfeld?si=eN04IoN8BIPJYwB7


Hey, mein Name ist Alexander Metzler. Ich bin Speaker, Biohacker, Digitaldesigner und Experte für mentale Gesundheit. Und ich zeige dir, wie du im digitalen Trubel zu mehr Klarheit und Lebensfreude findest.

Hier findest du alle Infos zu mir: https://alexander-metzler.com/linktree

Folge mir gerne auf Instagram: https://www.instagram.com/_alexandermetzler/

Mein Song "ALLES IST GUT" auf Spotify

Ich freue mich sehr, wenn du meinen Podcast bewertest. Lass mir auch gerne einen Kommentar oder eine Frage für die nächsten Folgen da.

Transkript anzeigen

Alexander Metzler: Und hier ist euer Host Alexander Metzler. bin Speaker, Biohacker, Digitaldesigner und Experte für mentale Gesundheit aus erster Hand und freue mich wie immer mega, dass ihr wieder am Start seid. Heute mit einem Gast, Niklas Mohnfeldt. Er ist Model, Schauspieler, Coach, Skilehrer, Content Creator, Surflehrer, nur einige seiner Tätigkeiten zu nennen. Herzlich willkommen in der HellenStunde, Niklas.

Niklas Mohlfeld: Vielen, vielen Dank für die Einladung, Alex. Danke. Ich freue mich, dass ich hier dahin darf und dass wir zusammen ein bisschen eintauchen können. freue mich auf einen schönen Talk und bin gespannt, wohin uns die Reise heute führt.

Alexander Metzler: Ja, ich freue mich auch schon sehr auf den Austausch und eine Gemeinsamkeit. wir schon, haben wir beides, was wir viele unterschiedliche Dinge beruflich machen. Das finde ich auch besonders spannend und da werden wir auf jeden Fall näher drauf eingehen. Mit was verdienst du aktuell dein Geld? Hauptsächlich jedenfalls.

Niklas Mohlfeld: Hauptsächlich ist gerade der Fokus auf der Content Creation. Das Thema Coaching läuft sowieso nebenbei. Und in der Content Creation ist gerade der kreative Fokus drin. Weil ich da einfach die Ideen, die ich im Kopf habe, die kann ich dann da einbringen, einfließen lassen und das so umsetzen, dass es so eine persönliche Note hat. Meine Energie da einbringen und das macht mir gerade Spaß.

Alexander Metzler: Content Creation, Content Creator, ich weiß, dass meine Mama auch den Podcast hört, die wird jetzt die Berufsbezeichnung Content Creator vermutlich noch nicht gehört haben. Wie würde man Content Creator kurz erklären? Was macht der beruflich?

Niklas Mohlfeld: Das erkläre ich sehr gerne. Am besten an einem Beispiel, so lässt es sich am einfachsten erklären. Wenn jetzt Firma X sagt, wir haben jetzt hier den und den Schuh oder das und das Kleidungsstück, das und das Outfit, dann gibt es ja immer Sachen, die das auszeichnen. Der hat eine besondere Solo oder eine Dämpfung oder sonst irgendwas. Und dann fragen die an, hast du Bock den Schuh irgendwie vorzustellen? den einzubinden und dann schicken die mir das Produkt zu und ich präsentiere dann diesen Schuh eigentlich in den Videos. Das heißt es geht darum diese Merkmale dann eben rauszustellen und kreativ in Videoform dann umzusetzen. Also beim Run zum Beispiel den Schuh dann vorzustellen, zu testen, die Highlights so ein bisschen rauszustellen und das alles dann in qualitativ hoher Video- und Tonform aufzubereiten und dieser Firma dann zur Verfügung zu stellen für ihren Kanal oder zu Werbezwecken.

Alexander Metzler: Ich muss gerade bisschen grinsen, was jetzt die Zuhörenden oder Zuschauer natürlich nicht wissen, dass wir dieses Gespräch gestern schon vergeblich zweimal versucht haben aufzuzeichnen und jedes Mal bei diesem Teil bist du einfach rausgeflogen. Und heute hast du den Hersteller des Sportshoes nicht genannt und just bist du drin geblieben. Also die Vermutung liegt nahe, dass irgendein Gesetz dieses Universums nicht wollte, dass du die Marke nennst.

Niklas Mohlfeld: Ja.

Niklas Mohlfeld: Ja.

Alexander Metzler: Weil heute sind wir offenbar über diesen Punkt durch. Es läuft gut. Wir sind stabil seit dreieinhalb Minuten. Nicht schlecht. Mir glatt, freue mich darüber.

Niklas Mohlfeld: Es läuft, die Firma X hat es gebracht, bleiben wir dabei.

Alexander Metzler: Du hast gerade gesagt, Coaching läuft so nebenbei. Was coachst du? was geht es da? Mit was für Dingen kann man sich da an dich wenden?

Niklas Mohlfeld: Ich bin im Bereich der mentalen Gesundheit tätig. Da habe ich vor sechs Jahren mittlerweile angefangen. Ich beinahe von selbst in diesen Bereich reingerutscht, könnte man sagen. Bei mir ist das über den Sport gekommen. Und dann hat sich bei mir auch dadurch einfach was verändert. Gerade in der mentalen Gesundheit. Über den Sport lernst du einfach sehr viel, wie ich finde. Disziplin drinbleibst und auch nicht immer alles irgendwie super gut läuft. Dann wirst du auch mit dem ein oder anderen Rückschlag konfrontiert und daran wächst du halt auch. Und ja, da hat sich bei mir dann die geistige Fitness halt parallel mitentwickelt und ja, hab dann über auch über Social Media eigentlich angefangen, darüber zu sprechen. Da habe ich mich selber autodidaktisch in dem Bereich auch weitergebildet. dann habe ich in dem Bereich noch eine Ausbildung gemacht, bin jetzt noch mit dem psychologischen Berater als Fernstudium zugange. Und in dem Bereich unterstütze ich Menschen dann auf ihrer eigenen Reise.

Alexander Metzler: Das ist dann aber immer sportbezogen oder auch Lebensbereich über den Sport hinaus.

Niklas Mohlfeld: Früher war es sportbezogen und mittlerweile ist der Sport eigentlich eher in den Hintergrund gerutscht.

Alexander Metzler: Obwohl ich ja bei dir, wenn ich mir Social Media angucke, ist es ja schon auch viel im Gym mit Spaß, mit Freude, mit Musik motivierend. ist schon auch immer noch ein großer Teil deines Lebens.

Niklas Mohlfeld: Voll. Also bei mir selber ist Sport ein riesengroßer Teil des Lebens. ich hatte da früher halt auch in dem Bereich Lifeworkout, da war ich auch stark vertreten und habe dann aber gemerkt, dass vermehrt Leute auf mich zukommen, die mehr an der mentalen Komponente interessiert sind. Und wo der Sport vielleicht einen ergänzenden Punkt hat, das mentale halt voranzubringen, wo aber die die ausschlaggebende Komponente eigentlich das mentale ist. Und wenn man dann das dritte Körper, Geist und Seele eben zusammenbringt, dann wird es ganzheitlich und auf allen drei Bereichen dann zu unterstützen und weiterzukommen und zu wachsen. Das ist eigentlich das, was ja was es wirklich komplett macht, was es vollständig macht.

Alexander Metzler: War bei dir da jetzt ein spezieller Auslöser? Gab es da einen großen Rückschlag vielleicht? Oder hast du einfach nur gemerkt, mit gewissen mentalen Techniken kann ich da Grenzen verschieben, auch im Sport, im Leistungsbereich? Weil das eine ist ja, man merkt für sich selbst so bisschen, ich kann das für mich nutzen. Das andere ist, man geht so richtig tief rein ins Thema, wie du das jetzt machst mit Fernstudium und Jahre lang sich mit dem Thema beschäftigen, aber das hat ja meistens dann so einen großen Auslöser oder irgendein persönliches Erlebnis, was das dann so richtig antreibt. War da so was bei dir?

Niklas Mohlfeld: Ja, das kann ich auf jeden Fall so sagen. Bei mir war das 2000... Ja, 21, 22, so um den Dreh rum, da habe ich meine Rheuma Diagnose bekommen. das war halt dann vorher so, auch 2020, dann in die Selbstständigkeit gegangen und immer weiter push, push, push dahinter und höher, schneller weiter so. Und wenn du dann halt von ja, von einer täglichen Sportdosis auf Null runtergefahren wirst, weil ja, also ich konnte mich zu dem Zeitpunkt halt nicht wirklich bewegen. weil es im Rücken in der Webelsäule sitzt. Da war kein Sport möglich. Zwischendurch war vielleicht mal ein kleiner Spaziergang drin, aber selbst das war dann schwierig. Natürlich macht das körperlich was mit dir, aber vor allem macht das im Kopf mental was mit dir. Da war ich dann zwangsläufig damit konfrontiert, mich auf andere Bereiche zu konzentrieren. Wenn der Sport so einen riesen Bereich in deinem Leben einnimmt und das von heute auf morgen dann wegbricht, dann habe ich erst mal gemerkt, wie viel Zeit das eigentlich in Anspruch nimmt und was das für eine riesen Lücke hinterlässt, wenn das auf einmal nicht mehr da ist. Und wie ich auch einen Teil meiner Identität einfach davon abhängig gemacht habe. Und ja, so ist dann die die seelische Komponente immer mehr dazugekommen. Dass dann halt, dass das Körperliche vielleicht ein bisschen in den Hintergrund rückt und die mentale und die seelische Komponente dann dafür mehr gefordert werden.

Alexander Metzler: Wie alt warst du, als diese Diagnose gestellt worden ist? Weil so volkstümlich würde man ja sagen, Rheuma, das ist was, was ältere Leute betrifft. Das ist ja nichts, was man jetzt auf jemanden projizieren würde. Der Junge, der agil, der mitten im Leben steht, ist eher selten.

Niklas Mohlfeld: Ja.

Niklas Mohlfeld: Voll. Also deswegen hat es auch ein bisschen gedauert mit der Diagnose-Findung. Das war, ich glaube, eineinhalb Jahre war das so eine kleine Ärzte-Reise von MRT zu MRT. Da waren die abenteuerlichsten Diagnosen dabei, bis ich dann halt einen Termin bei einer befreundeten Rheumatologin bekommen habe und die innerhalb von zwei Minuten gesagt hat, ja, es ist völlig logisch, was das ist. ich war, ich bin jetzt nicht der beste im Kopf Rechnen. Ich glaube ich war 25. Ja, naja 25.

Alexander Metzler: Sagen wir Mitte 20 plus minus, spielt ja auch keine richtige Rolle, aber dass man so ein bisschen einordnen kann. Also sehr jung, das sind ja so die im Alter eines Mannes so die leistungsstärksten Jahre zwischen 20 und 30, so der absolute körperliche Höhepunkt mit Kraft, mit Schnellkraft, mit Ausdauer, mit Bock auch da dran zu gehen. Und dann hat sich von 100 auf 0 runter gebremst, relativ schnell.

Niklas Mohlfeld: Ja voll und jetzt bin ich einfach, dadurch hat sich halt eine Menge in mir verändert. Gerade auch im Thema Dankbarkeit, Wertschätzung für das, was der Körper eigentlich tagtäglich leistet. Ganz unabhängig vom Sport jetzt, aber einfach alltägliche Bewegung wie eine Treppe hoch und runter gehen oder morgens aus dem Bett aufstehen und aufstehen. Das sind so kleine Sachen, die im Alltag einfach völlig selbstverständlich sind.

Alexander Metzler: Mhm.

Niklas Mohlfeld: die wir kaum irgendwie wahrnehmen, sondern uns eher darüber ärgern, dass wir morgens aufstehen müssen, die aber dann eine ganz andere Wertschätzung bekommen. Und jetzt mit den richtigen Medikamenten bin ich halt so auf einem Level, wo ich das im Alltag gar nicht merke. Wo auch der Sport irgendwie möglich ist, was ich zu dem Zeitpunkt gar nicht gedacht habe, dass das so wieder geht.

Alexander Metzler: Hast du neben Medikamenten andere Dinge umgestellt in deinem Leben oder neue Dinge mit dazu genommen in deinem Lifestyle, dem entgegenzuwirken?

Niklas Mohlfeld: Also ich habe mich deutlich intensiver mit meiner inneren Welt beschäftigt. Das ist für mich ein Punkt, der eine Menge verändert hat, unabhängig von den Räumen auch. Da ist das Thema Meditation viel mehr in den Fokus gerückt und ich habe mein Training halt komplett umgekrempelt. Also es ist nicht mehr dieses, ich gehe jetzt eine Stunde oder eineinhalb Stunden nur stumpfes Pumpen ins Gym, sondern Es ist der Fokus vielmehr auf der ganzheitlichen Fitness, auf der Flexibilität. Dass ich mehr Yoga mit einbinde. Ich habe vorher auch Richtung Stretching da immer so bisschen was gemacht. Aber nie so wirklich, dass ich das ernst genommen habe. Sondern es war einfach so was nebenbei halt. Und jetzt ist der Fokus halt so, dass ich ins Training gehe, dass ich mich vernünftig warm mache, dass ich mich stretche, dass ich Mobility mache. Und dann kommt der Kraftpart. Aber der Kraftpart ist jetzt nicht so über allem, sondern es ist eigentlich mehr so die Fitness im Körper, diese ganzheitliche Fitness und nicht irgendwie nur Fokus auf Muskelwachstum.

Alexander Metzler: Wie alt bist du jetzt?

Niklas Mohlfeld: bin jetzt 29.

Alexander Metzler: Jahre her, also noch relativ frisch im System. Aber was für ein Glück für dich, dass du jetzt schon Yoga und solche Sachen regelmäßig in deinem Leben hast. Ich habe das ja sehr, sehr, sehr spät erst für mich entdecken dürfen und für mich war das auch so ein Aha-Erlebnis, einfach in Bewegungen reinzugehen, die in meinem Alltag einfach sonst nicht stattfinden. Und egal, was für Sportarten ich bisher gemacht habe in meinem Leben, gehört natürlich immer Aufwärmen und auch bisschen Dehnarbeit dazu. Aber trotzdem machst du ja nicht die Bewegungen, die du in einem Yoga machst. Und für mich als Mensch, der jetzt gerade 50 geworden ist, ist das halt unglaublich wertvoll, so was auch regelmäßig zu machen. Weil ich auch merke, das hält das ganze System am Laufen. Geschmeidigkeit, wenn ich das Wort Geschmeidigkeit sage und in meinen eigenen Körper reinfühle. spüre ich da so bisschen Diskrepanz, weil ich durch zähle lange Fußballspielen einfach auch hier und dafür kürzte Muskeln habe und ich bin wirklich nicht der Gelenkigste, deswegen tue ich mir mit dem Wort Geschmeidigkeit ein bisschen schwer, aber ich merke einfach, das Getriebe läuft leichter dadurch und das ist jetzt nur die körperliche Auswirkung. Yoga hat ja dann aber auch ganz viel mit Geisteshaltung zu tun oder auch mal un... ungeliebte Posen auszuhalten, lernendes, unangenehme zu akzeptieren oder sogar willkommen zu heißen. Also da sind ja sehr viele spirituelle Komponenten drin. Und wenn ich das so höre, was du so erzählst, mit innerer Welt und Meditation, würdest du sagen, dass Spiritualität seitdem vielleicht sogar noch mehr eine große Rolle in deinem Leben spielt?

Niklas Mohlfeld: Auf Fall. Auf jeden Fall. das ist zum einen durch Meditation an sich gekommen und auch durch die Art von Büchern, die ich gelesen habe. Ich hatte ja dann ein bisschen mehr Zeit, mich auf andere Dinge auch zu konzentrieren. Und da ist das Thema Lesen immer mehr in den Vordergrund auch gerückt. Und da... Ja, da ist die innere Welt, also durch die Art der Bücher, die du liest, verinnerlicht sicher was in dir. Und es bleibt immer was Unterschiedliches hängen. Und auch wenn du Bücher dann vielleicht ein-, zwei-, dreimal liest... Es bleibt immer irgendwie was anderes hängen. bei mir war so dieser Einstieg mit einem Klassiker Ecker Tolle, so jetzt Kraft der Gegenwart. Und darüber bin ich dann nach und nach irgendwie immer tiefer da rein gekommen. ja, also so der Bereich Meditation hat mir auf jeden Fall geholfen, da einen anderen Umgang mit den Schmerzen auch zu finden oder mit der

Alexander Metzler: Mhm.

Niklas Mohlfeld: mit der mentalen Herausforderung, die so damit einhergeht.

Alexander Metzler: Hast du noch zwei, drei Buchtitel, die dich, also Eka Tolle, The Power of Now oder auf Deutsch Jetzt, Die Kraft der Gegenwart, was war das für dich auch? Ich erinnere mich noch bei mir, ich das so, als ich zum ersten Mal so über das Konzept vom Hier und Jetzt nachgedacht habe, dass ich vorher in meinem Leben noch nie darüber nachgedacht habe. Also dieser Moment, du so... wo dir jemand sagt oder wo du liest, dass der jetzige Moment der einzige Moment ist, wirklich real ist und alles andere ist Gehirn, alles andere ist Vorstellung. Du interpretierst irgendwas in die Zukunft und selbst Vergangenheit, wo man sagt, ja, die hat dabei auch stattgefunden, aber das ist ja auch nur eine Erinnerung von deinem eigenen Geist an diese Vergangenheit und wenn fünf Leute das Gleiche erlebt haben und du fragst fünf Leute, erzählen dir fünf verschiedene Geschichten von dieser Sache, die für jeden Real stattgefunden hat. Aber es ist jedes Mal eine andere Erinnerung und eine Interpretation. Und ich finde, das macht zu viel mit einem. Ging dir das dann auch so, dass du so Klickmomente hattest, wo du gesagt hast, krass, bringt mich gerade in völlig neue Art und Weise, die Realität in Anführungszeiten wahrzunehmen und zu interpretieren?

Niklas Mohlfeld: Genau das ist es ja. wenn du dir Sorgen machst oder wenn du zweifelst oder so, dann bist du ja nicht in dem Moment. Sondern dann ist das immer irgendwie mit der Vergangenheit oder mit der Zukunft verbunden. Und wenn ich dann da... Das sind so kleine Momente gewesen. Wenn ich lese, dann lese ich das, dann verinnerlicht sich das und dann ist das so ein gutes Gefühl oder manchmal auch so ein kleiner Trigger, der dann so kommt. Und ich habe das wirklich gemerkt, wenn ich... Dann zum Beispiel draußen in der Sonne sitze und dann trinke ich einen Kaffee dabei. dann sitze ich da einfach. Dann sitze ich einfach nur da und trinke den Kaffee. Lass mir vielleicht die Sonne ins Gesicht scheinen und nehme einfach wahr, was gerade da ist. Und höre vielleicht mal hin, ob da ein Vogelgezwitscher ist. Spüre einfach mal die Wärme der Sonne. Trink bewusst den Kaffee. Schmecke, rieche und ... mit all meinen Sinnen wirklich in diesem Moment an. Und wenn du das mal bewusst machst und wahrnimmst, dann merkst du... dass es einfach eine andere Welt ist. Dass es eben nicht so dieser schnelle Kaffee nebenbei nochmal ist und dann muss ich wieder weiter, sondern du sitzt dann einfach da und trinkst den Kaffee und das ist dann, das ist das Highlight. Das ist nicht der Kaffee nebenbei, sondern das ist dann einfach genau nur dieser Moment. Das shiftet die Perspektive einfach komplett.

Alexander Metzler: Das sind ja auch dann die Botschaften, die du auf Social Media auch viel verbreitest, was ich auch total schön finde und schätze. Auch gerade bei jemand, deutlich jünger ist als ich, wie würdest du denn da so deine Generation ein einschätzen? Kennst du viele Menschen in deinem Alter? Umgibst dich mit vielen Menschen in deinem Alter, die da ähnlich ticken? Hast du da Kontakt zu anderen? Und dann habe ich gleich noch eine zweite Frage dazu, ich dann hoffentlich noch weiß, wenn du geantwortet hast.

Niklas Mohlfeld: Habe ich auf jeden Fall. Also ich habe das Glück, in einem Freundeskreis zu sein, die... die mich genauso schätzen und aufnehmen, wie ich halt bin. Und wo ich eben auch mit einigen Personen über genau diese Dinge sprechen kann. Oder dieses gemeinsame Lachen oder einfach Spaß haben, sprechen, spielen. Da bin ich schon sehr dankbar für. dann... habe ich mit meiner Freundin auch großes Glück, mit der ich halt eben auch über genau diese Themen sprechen kann, einfach eine Tiefe da ist in den Gesprächen, die ich so nicht kenne, die ich so auch zum ersten Mal erlebe. Wenn du einfach zusammen gar nicht in diesen Smalltalk irgendwie gehst, sondern einfach von Anfang an so eine Tiefe da ist, wo du genau weißt, okay, ich muss mich jetzt nicht irgendwie verstellen, sondern ich kann da genauso das so aussprechen, wie ich das gerade empfinde oder wie das in meinem Kopf gerade ist, ohne die Sorge zu haben, dass das irgendwie abgespaced klingt. So, manchmal siehst du selber und denkst dir so, ja, ich weiß, dass das gerade für mich real ist. Aber wenn ich das jetzt genauso sage, dann halten mich die Leute irgendwie für völlig abgespaced so. Und da bin ich schon sehr dankbar für die Verbindung so zu haben.

Alexander Metzler: Ich weiß meine Anschlussfrage noch. Gab es eventuell aber auch dann Wege, die sich verabschiedet haben? Ich stelle mir jetzt mal vor, man vorher vielleicht, ich weiß jetzt nicht inwiefern, du vor deiner Rheuma Diagnose dann auch so bisschen der Muskeltyp im Gym warst. Dann hat man ja auch so eine Peer-Group sich rum. Man pumpt zusammen vielleicht, man vergleicht sich vielleicht noch. Und dann geht man aber in eine andere Richtung. Und manchmal können die Menschen damit ja auch nichts anfangen. Gab es da vielleicht dann auch Brüche mit Bekannten, mit Freunden. Das ist ja nicht so einfach, so einen Weg dann zu beschreiten.

Niklas Mohlfeld: Also bei mir in der Situation gab es das zum Glück nicht. Oder was sag zum Glück bei mir? Ja, ich kann das gar nicht so genau erklären. die Fitnessstudiosituation, ich hatte das Glück, dass ich früher in einem Home-Gym trainiert habe. Das heißt, da war ich sowieso eher isoliert oder dann halt über Social Media angebunden und habe da dann mit Freunden trainiert. Und klar, bei meinen Freunden war das auch so, dass sie dann irgendwie mal kurz so gefragt haben, so ey, was geht, in welche Richtung geht es jetzt? Aber das wurde auch glücklicherweise angenommen. Da kamen eher interessierte Nachfragen als Ablehnung. Eigentlich sind über das Thema nur mehr Menschen hinzugekommen, die genau diese Tiefe mögen und die Tiefe fördern.

Alexander Metzler: Wie sieht es dem Elternhaus aus, wenn ich mir jetzt so das bisschen was ich von dir weiß? Wir kennen uns ja auch jetzt nicht besonders gut. Wir sind uns einmal in einer Küche begegnet und hatten da einen kleinen Smalltalk auf dem Handpanning Festival von meinem guten Kumpel Leander Greitemann. Grüße gehen raus an der Stelle und du bist da. Ich war im Küchenteam. Du bist da kurz aufgetaucht. Weiß gar nicht mehr, aber wir hatten direkt ein Thema und sind dann auch in Kontakt geblieben. Aber tatsächlich weiß ich ja nicht so wahnsinnig viel von dir. Aber wenn ich mir so die Stationen angucke, Mortal-Schauspieler, Coach, Skilehrer in den Bergen, Surflehrer, ich glaube, in den Niederlanden war das am Meer. Also du gehst ja nicht so diesen klassischen Weg, scheinbar. Ich weiß auch gar nicht, ob das heute noch so ist, aber bei mir war das eben so, der klassische Weg war ... Du machst deine Schulausbildung fertig, dann machst du eine Ausbildung und dann gehst du in deinen Beruf. Und ganz früher hieß es dann noch, in dem Beruf bleibst du dann dein Leben lang, verdienst dein Geld, baust dein Haus, gründest deine Familie, gehst in Rente, stirbst, fertig. Das war so der Plan. Ich weiß nicht, inwiefern in deiner Generation noch so erzählt wird, aber ich kann mir vorstellen, deine Agenda scheint ja jetzt auch nicht so straight einem ...

Niklas Mohlfeld: Gute Aussichten.

Alexander Metzler: krassen Plan zu folgen, du machst viele, viele unterschiedliche Dinge. Was treibt dich da an und was, also wie findest du den Mut, dem auch zu folgen? Gibt es da auch so Momente, wo du zweifelst und vielleicht auch denkst, das wäre jetzt doch cool, ich hätte meinen festen Job wie meinen Kumpel Stefan, der seit jetzt zehn Jahren schon irgendwie als Anwaltsgehilfe in der Kanzlei arbeitet oder sowas. Also geht dir sowas durch den Kopf rum? Ich stelle mir das nicht so leicht vor.

Niklas Mohlfeld: Spannende Frage. Und vorab noch mal danke für den Kaffee. Ich erinnere mich dann noch an die Situation auf dem Handpan Festival. Da bin ich ja noch verspätet in die Küche gekommen und wollte noch einen Kaffee abstauben. Und dann hattet ihr dann noch Reste stehen. Also danke nochmal dafür. Und zu deiner Frage. Ja, natürlich. die Momente, die gibt es auf jeden Fall, wo ich da sitze und

Alexander Metzler: Also...

Alexander Metzler: gerne.

Niklas Mohlfeld: und mich frage, ob nicht ein anderer Weg einfacher wäre. Und trotzdem ist bei mir aber immer wieder die Antwort, nee, das ist schon genau richtig so, wie ich den Weg gehe. Ich sehe den Weg auch noch nicht komplett glasklar vor mir und trotzdem öffnet sich immer wieder eine neue Tür, wo ich dann irgendwie durchgehe und wo ich mich immer auf eine gewisse Art Weise getragen fühle. Und ich glaube, was sich bei der Generation stark geinlärt hat, oder was für mich zumindest so ist, ich möchte einen Sinn in dem sehen, was ich tue.

Niklas Mohlfeld: Wenn ich irgendwas mache, wo ich einfach nur sitze und wo ich das Gefühl habe, ich sitze irgendwie meine Zeit ab und es gibt mir nichts zurück und ich kann das, was mich ausmacht oder ich kann meine Energie da nicht so einbringen, dann frisst mich das einfach auf und dann sehe ich da keinen Sinn drin und dann fällt es mir extrem schwer, mich dafür zu begeistern und da dran zu bleiben. Und ich hatte so eine Situation, Bevor die ganzen Stationen mit Skilehrer und Kellner und sowas alles kam, habe ich nach dem Abi erst noch so einen Bundesfreiwilligendienst gemacht beim Roten Kreuz. ich nach dem Abi, ich habe mit 17 noch Abi gemacht, da wusste ich, hatte ich gar keinen Plan, was ich machen möchte. Und dann habe ich so einen Freiwilligendienst gemacht und dann habe ich angefangen Architektur zu studieren. weil da nämlich die kreative Part, der kreative Part, Umsetzungen von Ideen, das konnte ich da dann ausleben. habe das Studium auch durchgezogen. dann 2019 habe ich da den Bachelor gemacht und habe dann parallel während des Studiums auch am Lehrstuhl gearbeitet, da so ein paar Tutorien gegeben und auch im Büro gearbeitet. Und mir hat das Studium einfach Bock gemacht. Auch wenn es viel ist, wenn es zeitintensiv ist. Das sind dann Sommertage, wo du halt am Schreibtisch sitzt und irgendwelche Erzeichnungen machst und deine Freunde sind im Freibad. Aber trotzdem habe ich einen Sinn da drin gesehen und das hat mich halt weitergebracht. Konnte da auch viel lernen und habe dann aber nach dem Bachelor weiter im Büro gearbeitet, Master noch angefangen und habe dann aber gemerkt, okay, der Büroalltag. Das ist nichts für mich. Klar, musst du auch irgendwann so bisschen, musst auch irgendwo mal durchpushen und Gas geben. Aber wenn du wiederholt merkst, über einen längeren Zeitraum hinweg, dass dich das einfach auffrisst, dass sich das aussaugt, dann ist das mit, ich glaube, 23, 22, ist das ein bisschen zu früh, um dann zu sagen, ja, okay, dann ist das halt so. Und da war halt irgendwas in mir, wo ich gesagt habe, nee, das kann es nicht sein.

Niklas Mohlfeld: Das gibt mir nicht das, wofür ich eigentlich hier bin oder was ich weitergeben möchte. Da 10, 11 Stunden im Büro zu sitzen und eben nicht diese kreativen Sachen zu machen, die im Studium da waren, sondern dann einfach stumpf irgendwelche, ja weiß ich nicht, Grundflächen auszurechnen oder sowas. ja, dann bin ich, habe ich mich mehr auf den Sport fokussiert. Bin da reingegangen, bin in das Coachingthema reingewachsen und Dann kam 2023 noch mal so ein kleiner Bruch. Da habe ich dann noch mal für mich wie eine Reißleine gezogen und habe gesagt, ich muss raus, ich muss noch mal was ganz anderes machen. Und dann kam der Sommer am Brausdam in den Niederlanden bei Renesse Outdoor, da die Ecke. Und habe dann da den den Sommer über drei, vier Monate habe ich da gekelnert im Surfzentrum, parallel noch Surfunterricht gegeben, dann da auch im Zelt gewohnt über die Zeit. Das hat mich auch einiges gelehrt, wenn du da über so eine Zeit im Zelt bist. Da hat das Thema Wertschätzung und Dankbarkeit auch noch mal einiges dazu gewonnen. Und dann die Winter-Saison in den Bergen als Skilehrer. Ich würde es genau wieder so machen. Da durfte ich vieles dazulernen, schöne Erfahrungen sammeln. Und jetzt merke ich auch, dass wieder ein neues Kapitel dran ist. Es ist Zeit, da weiterzugehen, weiterzuwachsen und das alles mitzunehmen an Erfahrung und weiterzugehen. Und da bin ich mal gespannt, was als nächstes kommt.

Alexander Metzler: Ja, total schön die Einstellung. Hinter all dem steckt ja aber auch immer die Frage des lieben Geldes. Das ist wahrscheinlich auch das, was dann Eltern bisschen die Sorgenverhalten auf die Stirn treibt. Wovon soll der Bub denn mal leben irgendwann? Du hast es gerade schon gesagt, wenn du im Zelt lebst, brauchst du nicht viel Geld. Dann lebst du halt in deinem Zelt und ich nehme an, dass du da irgendwo Zugang hattest zu Waschräumen und Toiletten und so weiter. Mehr braucht man dann auch erstmal nicht. Da brauchst du nicht viel Geld und ein bisschen was verdienst du ja dann da auch, dir Essen zu kaufen oder vielleicht werde dir da ja auch verpflegt. Aber jetzt bist du ja weder am Meer noch in den Bergen. Jetzt bist du ja offenbar irgendwo, schätze mal, zu Hause. Wie ist das? Musst du dann Miete zahlen? Also hast du einen finanziellen Druck, der ja dann auch irgendwo gesättigt werden muss? Also du musst ja dann irgendwie auch Geld verdienen oder unterstützen sich da noch deine Eltern oder wie kann ich mir das vorstellen? Weil das ist ja nie so easy. Ich habe das immer dadurch geschafft, dass ich einen sogenannten Bread and Butter Job, wie man das so nennt, also ein Brot- und Butterarbeit, also etwas, was man macht, was jetzt nicht unbedingt so der Herzensempfehlung entspricht, aber dir trotzdem finanziell sozusagen die Freiheiten gibt, dann nebenher das selbstständige Business aufzubauen, ... dich tiefer in Themen einzugraben. das war so ... ... es war auch kein Plan, ... das hat sich einfach so entwickelt bei mir. Es wäre jetzt gelogen, wenn ich sagen würde, ... das war mein Masterplan und genauso ist es dann auch gekommen, ... sondern das war eine Reihe von Zufällen, die sich so ergeben haben bei mir. Aber wenn man ... jetzt mehrere Sachen macht wie du, ... dann hat man ja nie ein stetiges ... Einkommen. Wie gehst du mit dem Thema um?

Niklas Mohlfeld: Das ist ein schwieriges Thema auf jeden Fall. Also wie du selber schon sagst, wenn du viele Sachen irgendwie gleichzeitig machst, dann ist das Thema Konstanz und auch Ruhfindend ankommen sehr schwierig. Und im Moment habe ich jetzt das Glück, dass ich mit der Content Creation auch gutes Geld verdiene. Aber trotzdem ist das immer ein Punkt, der im Hintergrund mitschwingt. Und es hört sich dann alles so superschön an und man ist irgendwie selbstständig tätig und man macht den Skilehrer und Surflehrer hier und da noch ein bisschen und so. Und während dieser Zeit ist das auch total cool. Du verdienst da gutes Geld. Du hast da schöne Erfahrung. Nur wenn du dann wieder zu Hause bist, dann sitzt du da und denkst dir so, ja, okay, was jetzt? Das ist dann so dieser Moment, okay, ich gehe von 100 auf 0 wieder runter. Und dann sitzt du da. Ich habe das große Glück, dass ich da nicht irgendwie noch den Druck von meinen Eltern bekomme, sondern dass sie das unterstützen, dass sie das gut finden, dass ich da meinen Weg gehe. Die wissen halt, was da für eine Geschichte dahinter steckt und deswegen hauen die da jetzt nicht noch irgendwie obendrauf, wofür ich auch sehr dankbar bin. Und natürlich ist das immer dieser Druck, dass ich mir dann auch sage, ja, okay, du bist jetzt fast 30. Mit 18, 19, 20 hätte ich mir gedacht, 30 stehe ich irgendwie schon ein bisschen gefestigter da. Aber es ist halt so, wie es ist. Und ich kann dann sagen, kann mich irgendwie dann verkriechen und sagen, dann... dann sollte es halt nicht sein, dann mache ich jetzt was anderes und gehe irgendwie zurück in die Architektur und werde da aber nicht happy. Oder ich sage, okay, ich habe irgendwie...

Niklas Mohlfeld: Ich habe so ein Vertrauen in mir, dass ich sage, das wird funktionieren. Auch wenn ich den Weg jetzt vielleicht noch nicht so komplett logisch und klar vor mir sehe, aber es ist halt mein Weg und ich weiß, was in mir steckt, ich weiß, was ich kann und ich weiß, dass das funktionieren wird. Vielleicht nicht auf die Art und Weise, wie ich mir das gedacht habe oder wie ich mir das vorstelle, aber es wird funktionieren und da glaube ich dran. Und ich habe das große Glück, dass ich da Menschen in meinem Umfeld hab, die mich genau auf dem Weg eben auch begleiten und unterstützen und mir Halt geben.

Alexander Metzler: kann ich mir vorstellen, dass das total wichtig ist. Und ich fand da in dem Zusammenhang auch immer ein schöner Satz, wenn man sagt, ich kann diesen Weg noch nicht komplett sehen, es ist tröstlich zu wissen, den muss man auch gar nicht sehen. reicht immer nur, man so, also da gibt es dieses schöne Bild von der Taschenlampe, die halt nur so ein paar Meter Licht wirft in einem dunklen Tunnel, aber das reicht ja völlig, um den nächsten Schritt zu tun. Du musst gar nicht wissen, was da hinten ist, du musst einfach nur immer den nächsten Schritt machen können. Und das ist so eine schöne Metapher für so Grundvertrauen ins Leben zu haben. Aber ich muss sagen, hatte ich früher auch nicht. Als ich jünger war, habe ich sehr viel gezweifelt und mir sehr viele Sorgen gemacht die Zukunft. Ich habe super lange gebraucht, bis ich mal einen beruflichen Weg überhaupt gefunden habe. Für mich wusste immer nur ganz viele Sachen, die für mich auf jeden Fall gar nicht in Frage gekommen sind. Da konnte ich überall Hagen dran machen, was ich nicht wollte. Aber das hat bei mir super lange gedauert. Ich habe ehrlich gesagt ... eine sehr lange Schulkarriere hinter mir, nur aus dem Grund, weil ich nicht wusste, was ich mal beruflich machen sollte. Sonst hätte ich heute gar keine Realschule und kein Abitur. Und an Studium war zu der Zeit überhaupt noch nichts zu denken. Das kam dann auch später erst in mein Leben. Und so rückblickend, auch wie sich mein Leben entwickelt hat, das war ja nie eine Idee, das war nie ein Plan. Das war eine Verkettung von Zufällen und Umständen. Und Ideen von, ja, in die Richtung kann man mal gehen. Aber je früher man, glaub ich, da so eine Leichtigkeit reinlässt, und die hat mir früher komplett gefehlt, zu sagen, ja, das wird schon irgendwie. Und ich vertraue mir da selbst, so wie du es sagst, oder ich hab ein Grundvertrauen ins Leben, so wie ich das heute sagen würde. Also je früher man so eine Fertigkeit sich aneignet, sich zurückzulehnen. Das heißt ja nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen. Das heißt ja nicht, dass wir auf der Couch sitzen, Netflix gucken und warten, bis das Glück an unserer Tür klopft. Das wird wahrscheinlich nicht passieren. Aber mit so einem Grundvertrauen, dass man auch sagt, und das ist ja letzten Endes auch die Lehre von Eckart Tolle, wenn er sagt, im Hier und Jetzt leben, also das Beste, was du aus dem Hier und Jetzt machen kannst, ist, eben Dinge in Bewegung zu setzen. Aber alles andere liegt nicht in deiner Hand. Alles andere entscheidet das Leben für dich.

Alexander Metzler: Und das Leben wird schon wissen, was gut ist für dich. Das finde ich total eine entspannende Art und Weise, ins Leben zu gucken. Für den eigenen Weg. Und da würde mich jetzt, wenn wir die Tür aufmachen, mal interessieren, weil es für mich ebenso spannend ist, weil du wirklich eine andere Generation bist als ich. Und aber ja trotzdem mit spiritueller, mit spirituellen Lehren dich beschäftigst, das auch ausstrahlst. das auch transportierst auf Social Media. Und wenn du auch so Menschen hast, die bei dir so im Bekanntenkreis drin sind, und jetzt mach ich diese große Tür auf, wie geht's euch denn, wenn ihr so auf die Welt guckt und in die Zukunft guckt? Also Thema Klimakatastrophe, Thema Populismus, Thema Diktatoren. Thema Recht des Stärkeren, also diese großen Themen, jetzt so unsere letzten Jahre sehr geprägt haben gesellschaftlich. Wie guckst du darauf? Wie guckt ihr darauf? Sprecht ihr darüber? Beschäftigt euch das oder sagt ihr, ja, können wir nichts dran ändern? Wir gucken erst mal, dass wir klarkommen, was völlig nachvollziehbar ist. Oder wie ist da so der Vibe? Das wird mich mal total interessieren.

Niklas Mohlfeld: Das ist eine große Frage.

Alexander Metzler: Hm.

Niklas Mohlfeld: Also, natürlich beschäftigt mich das. Es ist nicht so, dass ich sage, ich kann darüber hinweggehen und ich kann das ignorieren und ich kann mich nur auf mich konzentrieren. Sondern wenn du, das würde ich einfach mal so sagen, wenn du ein bewusster Mensch bist, dann interessiert dich das, was dich herum passiert. So, dann klar konzentrierst du dich auf dich und auf deinen Wirkungskreis, aber trotzdem ist es interessant oder auch irgendwo relevant, was dich herum passiert. was mit der Welt passiert, was mit dem Menschen passiert. Und ich glaube, sich da komplett rauszunehmen und sich komplett davon zu distanzieren, auch irgendwie ... Ja, es ist nicht Sinn der Sache. Da kann man sich irgendwie nicht rausnehmen und zurücklehnen und sagen, ja gut, ist nicht mein Ding, hab ich nichts mehr zu tun, ich konzentriere mich nur auf mich. Und ... trotzdem ...

Niklas Mohlfeld: finde ich es schwierig, sich in jede Thematik irgendwie einbringen zu wollen. was jetzt so im Thema mit den großen Diktatoren irgendwie einhergeht, klar sind das Themen, bei denen man Bescheid wissen sollte. Aber was da mein Wirkungskreis betrifft, schätze ich denen dann doch eher sehr gering ein. Und ich versuche mich informiert zu halten, was mich herum passiert. was auch das Thema Klima betrifft. Da hat jeder von uns einen Einfluss drauf. Da kann jeder sein Teil zu beitragen. Weil da können wirklich kleine Sachen immer wieder was bewirken. Und ich versuche mich auf das zu konzentrieren, wo ich wirklich direkt Einfluss drauf habe. Und da meine Energie reinzustecken und da wirklich was bewirken zu können. Weil wenn ich mich jetzt ständig mit den ganzen Sensationsnachrichten umgebe und mich da reinsteige und da meine Energie reinbutter. Dadurch wird sich nichts, nicht wirklich viel verändern, wenn sogar gar nichts, sondern dadurch habe ich nur schlechtere Laune, dadurch bin ich gereizter und steige mich dann in irgendwas rein, was überhaupt gar keinen Sinn macht. Für mich persönlich jetzt. Und das ist so meine Art und Weise damit umzugehen. Natürlich beschäftigt mich das. Aber ich versuche mich auf das zu konzentrieren, was wirklich in meinem Wirkungskreis liegt.

Alexander Metzler: Ja, finde ich auch, glaube ich, eine gesunde Art und Weise, diesen Herausforderungen umzugehen. Das ist ja auch ein Thema, was wir gerne auch in den Gleichmut proben, also der Podcast mit besagten Melander, besagten Handpan, Kaffee, wo wir vorhin kurz das Thema hatten. Sprechen wir da oft darüber, dass das ein interessanter Spannungsfeld ist, dass es viele Themengebiete gibt, wo man seinen eigenen Wirkungskreis grandios überschätzt, aber auch andere, wo wir es grandios unterschätzen. Also wir hatten das neulich mal an dem Thema vegane Ernährung festgemacht, selbst wenn du es nicht rausposaunst und nicht viel erzählst, sondern wenn du es nur vorlebst und drei, vier andere Menschen über die Jahre sich davon inspirieren lassen und sich das ändert, bei denen dann, dann ist es schon ein erheblicher Also es bedeutet für ganz viele hunderte Tiere ein Unterschied in der Welt. Und das unterschätzt man dann. Und ich gebe dir Recht, jetzt Trump durchdreht oder ein Putin oder wer gerade am Durchdrehen ist, da wiederum haben wir glaube ich, herzlich wenig. Also höchstens mit Wahlen, dass man da das Kreuzchen an den richtigen Stellen setzt und dann wählen geht, wenn man in einer Demo... zusammenleben möchtest, vielleicht noch eine Idee, aber da endet glaube ich dann auch schon so ein bisschen der Einflussbereich. Gut, du vielleicht als Content Creator, du hast ja über 10.000 Follower auf Instagram, weiß nicht, wahrscheinlich hast du auch TikTok und so was, da beschäftige ich mich nicht, aber hast du wahrscheinlich, wie viel hast du da? TikTok?

Niklas Mohlfeld: Ja, das sind auch 11.000.

Alexander Metzler: Also so, guck mal, dann hast du schon... Da ist ja dann fast schon... Das ist schon, ja gut, ist immer eine Verantwortung. Egal wie viele Follower du hast, wenn du nur 10 Follower hast, hast du halt die Verantwortung für 10 und du hast es halt für 10.000. Aber da hat man natürlich schon, und das finde ich ja das Schöne bei dir, diese Botschaften, ich bei dir zumindest auf Instagram sehe, die du so hast und die du in die Welt gibst, da denke ich mir immer so, yes, that's the vibe. Dieses auch mal in die Stille gehen, für einfache Dinge dankbar sein im Leben. Und das ist so ein schönes... So ein schönes Gegengewicht zu vielen Menschen in deiner Generation. Und vielleicht seh das aber auch falsch, weil mir die Bubble und der Algorithmus von Social Media das falsch ausspielt. Aber ich sehe halt mehr Leute, die ... Oh, geiles Fert, wie teuer sind deine Klamotten? Was macht die ... Was kommen die Gruppe für Krypto? Also dieses ... Das wo ich so denke so alter die menschheit müsste doch langsam darüber hinaus gewachsen sein sehe ich dann aber das macht mich manchmal so ein bisschen traurig nicht aber so ein bisschen betreten wenn ich dann sehr die nächste generation springt er auch schon wieder dieser karotte hinterher was ihnen vorgelegt wird Und das und ich sehe weniger leute wie dich aber ich glaube dass das Social media bedingt ist ich glaube es gibt auch viele leute die sich in die richtung bewegen und diesem höher, weiter, schneller Hype nicht mehr so hinterher ... rennen, das jedenfalls ist meine Hoffnung. Wo wollte ich jetzt eigentlich hin mit der Ansprache? Ich hatte ja eine Frage da ... hingehend Generation, Verantwortung, ... Follower, ja ach so den Einfluss, den wir eben auf die Welt haben und dass ich das eben so schön finde, wie du da deinen Einfluss nutzt mit dem Thema Sport, mit dem Thema ...

Alexander Metzler: Spiritualität auch tatsächlich. Da würde mich noch interessieren, hast du denn ... Wie gehst du mit dem Thema Spiritualität Ist das was, was dich eher den ganzen Tag über begleitet? ist das auch ... Hast du vielleicht da Routinen, wo du sagst, okay, abends vorm Schlafengehen, zehn Minuten Meditation ist so ein Ding? Oder ist es eine Mischung? Wie gehst du Wie lebst du diese Spiritualität? Wo begegnet ihr die? Wir haben schon das Thema Yoga genommen. Thema Meditation genommen. Wir haben das Thema Dankbarkeitspraxis, was ich auch total schön finde. Wie lebst du das im Alltag?

Niklas Mohlfeld: Schöne Frage.

Alexander Metzler: die dann endlich auch gekommen ist nach einem sehr langen Monolog.

Niklas Mohlfeld: Nee, das ist ja richtig. Also was du auch sagtest mit der Generation. Ich glaube, dass mehr Leute so in die Richtung gehen, als man das vielleicht denkt. Nur es gibt halt auch einfach sehr viele Leute, die ja davon nichts wissen wollen, die eben noch im Außen sehr gefangen sind. Und ja, für mich sind das mit dem Thema Spiritualität sind das viele kleine Momente über den Alltag verteilt. Also ich glaube, dass gerade das Thema Spiritualität oder Meditation einfach einen sehr, sehr großen Schein irgendwie so hat. Und dass es eigentlich viel unkomplizierter und bedeutender ist, als man das am Anfang so denkt. Du hast ja Oder bei mir war es am Anfang so, wenn ich an Meditation denke, habe ich immer irgendwie einen Mönch da, der im Schneidersitz da sitzt und vier Stunden am Stück sich nicht bewegt oder meditiert. Aber das ist einfach kleine Momente zwischendurch sein können, wie vorhin, als ich das erwähnt hatte, mit dem Kaffee. So eine Kaffeemeditation. Oder wenn du bewusst im Wald spazieren gehst und eben nicht irgendwie noch einen Podcast auf den Ohren hast, sondern einfach nur spazierst und mal bewusst warms, was eigentlich alles da ist, deine Sinne mal bespielst. Was siehst du, was hörst du, was riechst du, was schmeckst du? Fühl mal die Schritte unter deinen Füßen. so kleine Momente einfach, wenn wenn zum Beispiel jetzt hier draußen wieder die Sonne scheint, so dann setze ich mich kurz in die Sonne oder bleib mal kurz stehen, wenn ich irgendwo, weiß nicht, vom Haus zum Auto gehe oder auf dem Weg ins Gym bin, dann bleib ich kurz stehen, stell mich mal in die Sonne und Atme einfach zwei, dreimal tief durch, spür mal die Sonne. Und das sind so kleine Momente, wo deine Schultern sich wieder entspannen, wo du einfach einmal ankommst. Du checkst einmal ein. So, und das ist so... Für mich ist das nicht so dieses Thema, okay, theoretische Spiritualität, so was ist Spiritualität für dich, sondern für mich ist es viel entscheidender, wie lebe ich das im Alltag.

Niklas Mohlfeld: Das muss gar nicht immer dieser große Beigeschmack sein, sondern das sind genau diese ganz kleinen Stellschrauben, diese kleinen Momente, wo du einfach innehältst und mal schaust, was gerade da ist, die eine ganze Menge verändern können.

Alexander Metzler: Ich finde, ist ein sehr, schönes Schlusswort, Niklas. Ich danke dir sehr, für den Austausch. Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert gerne den Podcast. Lasst uns einen Kommentar da. Ihr werdet alles zu Niklas in den Show Notes finden. Niklas, deine Webseite, Instagram und vielleicht TikTok. Gibt es noch irgendwas wichtiges?

Niklas Mohlfeld: wir können YouTube auch nochmal reinhauen, da gibt es auch noch ein paar Anstöße.

Alexander Metzler: YouTube mit rein, alles rein damit. ja. Dann folgt gerne dem Niklas für schöne Impulse, die euch bisschen leichter durch den Tag bringen. Niklas, vielen lieben Dank für den Austausch.

Niklas Mohlfeld: Danke dir auch fürs Gespräch und ich freue mich auf eure Nachrichten.

Alexander Metzler: Ach hinten raus haben wir jetzt auch noch paar Sekunden. Dann mache ich uns dann stumm.

Niklas Mohlfeld: Nehmen wir mit. Ja, voll schön. Schönes Gespräch, wirklich. Danke dir. Coole Fragen auch dabei. Hätte jetzt auch noch, ich hätte noch eine halbe Stunde, Stunde mit ihr weitersprechen können. Richtig angenehm.

Alexander Metzler: Wir können vielleicht irgendwann auch mal mal einen zweiten Teil machen. Ja, who knows?

Niklas Mohlfeld: Das machen wir gerne. Oder du kommst mal zu mir.

Alexander Metzler: Du hast auch ein Podcast,

Niklas Mohlfeld: Yes,

Alexander Metzler: Den bespielt es aber nicht so regelmäßig, glaube ich.

Niklas Mohlfeld: Nee, da kommt nicht so regelmäßig die Folge, aber da können wir uns sehr gerne auch mal auf ein Käffchen zusammensetzen.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.